14.06.2010 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Architekt möchte in Zessau auch private Anwesen in Erneuerung einschließen "Oberpfälzer Baustil" erhalten

Geht es nach der Gemeinde Trabitz, dem Architekturbüro Schultes und der Dorfgemeinschaft, so sollen bei der Dorferneuerung auch private Objekte berücksichtigt werden. Sanierungsbedürftig wäre zum Beispiel der leerstehende Ackermannhof, der als eines der ältesten Zessauer Anwesen und als schönes Beispiel des "Oberpfälzer Baustils" erhalten bleiben sollte. Er könnte als Wohnhaus, aber auch für Museums- oder Vereinszwecke genutzt werden.

von Bernhard PiegsaProfil

Ebenfalls im schlichten Oberpfälzer Stil wurde 1949 das Gasthaus Lober gebaut. Nach Überzeugung der Architekten täte ihm ein neuer Innenhof und ein Biergarten unter den Bäumen gut. Grundsätzlich gelte bei allen diesen privaten Bauten aber, dass es von den Wünschen ihrer Eigentümer abhänge, ob und inwieweit sie saniert werden. Nachdrücklich riefen Bürgermeister Dieter Klein und Ingenieur Michael Wagner auf, sich an den Diskussionen um die Dorferneuerung zu beteiligen.

Bürgen sollen mitmachen

Zwar müsse für ein "einfache Dorferneuerung", die nur Teile eines Ortes erfasse, keine Teilnehmergemeinschaft gegründet werden. Die Mitwirkung der Bürger sei aber unabdingbar, und gerade in der Vergangenheit habe das Zusammenspiel zwischen Dorfgemeinschaft und Kommune stets bestens funktioniert. Deshalb luden Klein und Wagner zur Gründung eines "Dorferneuerungsrates" ein, der der Gemeinde bei der Planung beratend zur Seite stehen solle.
Ein "Glücksfall" ist laut Bürgermeister Klein und Ingenieur Wagner, dass die Dorferneuerung Zessau vom stellvertretenden Leiter des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE), Willi Perzl, fachlich begleitet wird. Dieser sei als engagierter und kompetenter Fachmann bekannt. Klein wies darauf hin, dass der Freistaat die Dorferneuerungsmaßnahmen zu 50 Prozent bezuschussen werde. Dies schließe auch Eigenleistung ein. Zwar sei die Fördersumme im Bescheid des ALE vom 12. Mai auf 250 000 Euro festgesetzt worden, doch beruhe dieser Betrag auf frühen, vorläufigen Schätzungen und sei aufstockungsfähig.

1,1 Millionen Euro Kosten

Nach derzeitigem Stand, so Klein und Wagner, würden die Kosten ohne die beiden Privatanwesen auf gut 1,1 Millionen Euro geschätzt. Davon entfielen 613 000 Euro auf das neue Gemeinschaftshaus, 355 000 auf den Dorfplatz.

Der Bürgermeister schloss die Sitzung mit dem Aufruf: "Der Gemeinderat und ich hoffen auf ihre tatkräftige Mitarbeit. Auf die Gemeinde dürfen Sie zählen."

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