02.07.2017 - 22:26 Uhr
Deutschland & Welt

Atomendlager 24 Milliarden Euro fällig

Essen/Berlin. An diesem Montag steht ein historischer Zahltag für die deutschen Atomkonzerne an: Sie müssen zusammen rund 24 Milliarden Euro in einen staatlichen Entsorgungsfonds für die Zwischen- und Endlagerung des Nuklearmülls einzahlen. Die vier Energieriesen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall wollen die gewaltige Summe auf einen Schlag aufbringen - für eine theoretisch bis Ende 2026 mögliche Ratenzahlung hätte der Staat satte Zinsen von 4,58 Prozent pro Jahr kassiert.

von Agentur DPAProfil

Mit der Überweisung übernimmt der Staat die möglichen weiteren Risiken für die End- und Zwischenlagerung des Atommülls. Allerdings bleiben die Konzerne für Stilllegung und Abriss der Kernkraftwerke sowie die Verpackung des Mülls verantwortlich. Das Geld fließt in einen Fonds, der über die Jahre an Wert zulegen soll. Daraus sollen die Kosten vor allem für das geplante Atom-Endlager beglichen werden. Wie hoch die Kosten sein werden und ob die Milliarden der Konzerne reichen, kann heute niemand verlässlich sagen. Der Zeithorizont umfasst mehrere Jahrzehnte. Spätestens Ende 2022 werden alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Eon, das rund 10 Milliarden Euro überweist, musste erhebliche Anstrengungen unternehmen: So gab es bei Eon bereits im März eine Kapitalerhöhung. Zusätzlich legte der Konzern Anleihen mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro auf. RWE steuert 6,8 Milliarden Euro bei und stützt sich dabei unter anderem auf Rücklagen, die nach dem 5,3 Milliarden Euro schweren Verkauf der Öl- und Gastochter Dea gebildet wurden. Drittgrößter Zahler ist EnBW mit rund 4,8 Milliarden Euro gefolgt von Vattenfall (1,8 Milliarden Euro). Vor wenigen Tagen hatten Eon, RWE und EnBW allerdings Zusatzeinnahmen kassiert: Der Staat muss sechs Milliarden Euro an zu Unrecht erhobener Brennelementesteuer plus Zinsen zurückerstatten.

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