18.03.2018 - 19:28 Uhr
Deutschland & Welt

Beobachter registrieren mehr als 2500 Verstöße bei Urnengang in Russland Manipulationsvorwürfe überschatten Wahl

Moskau. Kremlchef Wladimir Putin geht aus der russischen Präsidentenwahl gestärkt für den Konflikt mit dem Westen hervor. Nach ersten Ergebnissen wurde Putin am Sonntag für eine vierte Amtszeit wiedergewählt. Die Wahlleitung sprach ihm nach Teilauszählungen 71,97 Prozent der Stimmen zu, wie die Behörde in Moskau mitteilte.

Wladimir Putin bei der Stimmabgabe. Bild: Sergei Chrikov/dpa
von Agentur DPAProfil

Damit bleibt der 65-Jährige wie erwartet für sechs weitere Jahre Präsident. Zwar wird das Endergebnis erst für Montag erwartet, doch dürfte sich an der Tendenz kaum etwas ändern. Auch bei Nachwahlbefragungen lag Putin mit rund 74 Prozent deutlich vor den sieben Mitbewerbern. "Ich bin überzeugt von der Richtigkeit des Programms, das ich dem Land vorschlage", sagte Putin bei seiner Stimmabgabe. Nach ersten Zählungen lag die Beteiligung um 18 Uhr Ortszeit bei knapp 60 Prozent und damit höher als 2012 zur selben Zeit. Insgesamt hatten damals 65,3 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.

Die Wahl war auf den vierten Jahrestag der Annexion der Krim am 18. März 2014 gelegt worden. Der Westen verurteilt die Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel als Bruch des Völkerrechts. Die EU will das Ergebnis auf der Krim nicht anerkennen. Auch die Ukraine protestierte gegen die Abstimmung dort.

Beobachter haben vor Schließung der Wahllokale mehr als 2500 Manipulationsversuche registriert. Mitarbeiter der oppositionsnahen Beobachterstelle Golos dokumentierten besonders viele Vorfälle in Moskau, St. Petersburg und in der Stadt Krasnodar, wie einer Karte der Organisation am Sonntag zu entnehmen war. Nach Angaben des Innenministeriums wurden Behörden rund 650 Vorfälle gemeldet.

Im Internet kursierten Videos, die zeigten, wie Wähler mehrere Stimmzettel gleichzeitig abgegeben wollten. Zudem seien Namen einiger Wähler auf mehreren Liste aufgetaucht, Wahlurnen seien nicht vorschriftsgemäß verschlossen gewesen, hieß es. Die Wahlkommission teilte mit, es seien Cyberattacken aus 15 Ländern abgewehrt worden. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa will an diesem Montag ihre Einschätzung zur Wahl mitteilen.

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