07.03.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bischöfe geben keine Wahlempfehlung gegen AfD ab: Wahlregeln für Christen

Bergisch Gladbach. Die katholischen Bischöfe raten nicht ausdrücklich davon ab, die rechtspopulistische AfD zu wählen. Die Wahlentscheidung müsse jeder für sich selbst treffen, sagte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck am Dienstag bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Bergisch Gladbach. Was die Bischöfe aber durchaus sagen, ist, dass ein Katholik bei seiner Entscheidung bestimmte Punkte mitbedenken müsse.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Dazu gehöre, dass ein Christ immer der Religionsfreiheit verpflichtet sein müsse, was die Meinungs- und Pressefreiheit mit einschließe. Auch die Anerkennung der Menschenwürde müsse immer gewährleistet sein. In der Nachkriegszeit hatten Bischöfe mitunter Wahlempfehlungen gegeben. Mittlerweile bemüht sich die Kirche aber, den Eindruck der Parteinahme zu vermeiden. Gegen die AfD hatte sie aber mehrfach Stellung bezogen.

Als indirekte Kritik konnte man auch die Predigt verstehen, die Kardinal Reinhard Marx, am Montag im Kölner Dom gehalten hatte: Das christliche Engagement dürfe sich nicht auf die eigene Kirche, das eigene Land oder die eigene Nation beschränken. Vielmehr müssten sich Christen "für die ganze Familie der Menschheit" einsetzen, so Marx. Die Bischöfe halten soziale Gerechtigkeit für zentral. Es sei eine sehr positive Entwicklung, dass durch SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz "neue Dynamik in die politische Debatte" gekommen sei, sagte der christliche Sozialethiker Gerhard Kruip.

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