23.04.2018 - 17:56 Uhr
Deutschland & Welt

Bischof Voderholzer zum Kommunions-Streit: "Kein Alleingang"

Regensburg. Im Streit um die Zulassung von Protestanten zur Kommunion hat der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer den Brief von sieben deutschen Bischöfen an Papst Franziskus verteidigt. Über diese Frage habe innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Uneinigkeit geherrscht, sagte Voderholzer in einem Interview auf der Homepage seines Bistums. Entscheidend sei, in dieser Frage im Einklang mit den anderen Bischofskonferenzen der Weltkirche zu handeln. "In einer so wichtigen, den Glauben betreffenden Frage wollen wir keinen Alleingang machen." Deshalb hätten die sieben Bischöfe entschieden, sich an Rom zu wenden. Auch Voderholzer hatte den Brief unterzeichnet. Papst Franziskus hat in dieser Sache den DBK-Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx zu einem Gespräch nach Rom geladen. Einen Termin für die Unterredung gibt es noch nicht.

von Agentur DPAProfil

Die Bischofskonferenz hatte beschlossen, in Ausnahmefällen die katholische Kommunion für protestantische Ehepartner in konfessionsverschiedenen Ehen zu öffnen. Das Schreiben der sieben Bischöfe an den Vatikan wurde unter Federführung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki verfasst. Sie äußerten darin Zweifel, ob eine nationale Bischofskonferenz solche Entscheidungen überhaupt treffen dürfe. Über diesen Protestbrief hatten die Bischöfe Marx erst nachträglich in Kenntnis gesetzt.

Am Montag trafen sich die 27 Mitglieder des Ständigen Rats der DBK in Würzburg. Marx wolle dabei erneut über die Handreichung zur Teilnahme von Eheleuten mit unterschiedlicher Konfession an der Eucharistiefeier informieren, sagte eine Sprecherin in Bonn. Es gehe dabei um Änderungen, die auf Wunsch einzelner Bischöfe noch eingearbeitet worden seien. Zum Inhalt dieser Änderungen werde nichts mitgeteilt.

Die katholische Laienbewegung "Wir sind Kirche" und andere Reformgruppen kritisierten die Bischöfe, die sich an den Papst gewandt haben. "Warum lassen Sie sich nicht auf erste zaghafte Schritte ein, die Sie in der Bischofskonferenz sicher ausführlich diskutiert und abgewogen haben?", fragten sie. Die Schritte seien für viele Kirchenmitglieder längst überfällig und vor Ort bereits eine lang geübte Praxis. "Völlig unverständlich und zu kritisieren ist, dass Mitglieder einer Bischofskonferenz nach einer ausführlichen Diskussion mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind und sich dann ängstlich nach Rom wenden", so die Gruppen.

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