Brandstiftungen und Plünderungen bei G20-Gipfel
Vorwürfe an Stadt und Polizei

Hamburg. Anfangs stand die Polizei beim G20-Gipfel wegen ihrer angeblich zu harten Linie in der Kritik. Nach den heftigen Krawallen mit Brandstiftungen und Plünderungen muss sie sich nun den Vorwurf gefallen lassen, sie habe zu zögerlich reagiert. Bürgermeister Olaf Scholz, Innensenator Andy Grote (beide SPD), Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Einsatzleiter Hartmut Dudde verteidigen den Einsatz.

Zudem wird der Polizei von Anwohnern im Schanzenviertel und der Opposition vorgehalten sie habe den Tagungsort und die Elbphilharmonie geschützt, dafür andere Teile der Stadt preisgegeben. Manches spricht dafür, auch wenn Scholz, Grote und die Polizei das zurückweisen. Die Polizei habe am Freitagabend im Schanzenviertel nicht gleich vorrücken können, weil sie befürchtet habe, in einen Hinterhalt zu geraten. Es hätten Informationen vorgelegen, wonach Autonome Gehwegplatten und Molotowcocktails von Hausdächern auf Beamte werfen wollten. Leib und Leben der Polizisten, aber auch von Demonstranten und Unbeteiligten seien in Gefahr gewesen.

Auf einer Wärmebildaufnahme der Polizei ist zu sehen, wie ein Mann vom Hausdach einen Brandsatz auf einen Wasserwerfer schleudert, der aber nicht zündet. Für Anti-Terror-Einsätze geschulte Spezialeinheiten stürmten auf das Dach und nahmen 13 Personen fest. Die 1500 Linksautonomen im Schanzenviertel hatten unterdessen Zeit, Barrikaden zu bauen, zu randalieren und zu plündern.

Auch durch Altona hatten Gewalttäter eine Spur der Verwüstung gezogen und Autos in Brand gesetzt. Laut Dudde hatten sich Bewohner eines Protestcamps zum Schwarzen Block formiert. Die Polizei stellte sich ihnen in den Weg und nahm 52 fest. Die übrigen seien entkommen und hätten in schwer zu kontrollierenden Kleingruppen randaliert.
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