Brief nach Rom zum Thema Abendmahl für Evangelische
Schick und Woelki verteidigen Vorgehen der Bischöfe

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat den von ihm mit unterzeichneten Brief an den Vatikan zum Thema Abendmahl verteidigt. Archivbild: Nicolas Armer/dpa

Bamberg/Köln. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki haben ihren Brief an den Vatikan zum Thema Abendmahl für evangelische Ehepartner verteidigt. "Es war kein Brandbrief und kein Verweigerungsbrief, dem es darum geht, zu verhindern, dass evangelische Christen in konfessionsverschiedenen Ehen zur Kommunion gehen dürfen", sagte Schick dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Vielmehr sei er mit einigen Bischöfen der Ansicht, "dass Antworten aus Rom auf einige Fragen grundsätzlicher Art für uns alle wichtig wären". Außerdem habe er damit nicht den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, übergangen, sagte er. "Mir ging es nie darum, gegen etwas oder gegen jemanden zu sein."

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass sich sieben Bischöfe unter Führung von Woelki mit einem Brief an den Vatikan gewandt hatten. Darin zweifeln sie die Rechtmäßigkeit des Zugangs von protestantischen Ehepartnern zur Kommunion an. Ende Februar hatte die Katholische Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, eine pastorale Handreichung für das Abendmahl von Ehepaaren unterschiedlicher Konfession auf den Weg zu bringen.

Schick betonte, der Brief der Bischöfe sei nicht unsolidarisch. Es gehe um die Frage, wie weit die Kompetenzen einer Bischofskonferenz in Angelegenheiten reichten, die die ganze Kirche betreffen, und darum, wer die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils und das Kirchenrecht verbindlich interpretieren könne. Der Bamberger Erzbischof betonte zugleich, die Ökumene sei auf einem guten Weg.

Auch Woelki verteidigte das Vorgehen der Bischöfe. "Der Protestantismus ist kein Phänomen, das sich nur auf Deutschland und die deutschsprachige Kirche beschränkt", sagte er dem Bistumssender Domradio. "Wir waren mit einigen Bischöfen der Überzeugung, dass es gut wäre, die hier bei uns diskutierte und gefundene Lösung auch universalkirchlich mit Blick auf die Einheit der Kirche und auf die Gemeinsamkeiten mit den anderen Teilkirchen abzustimmen", erklärte er. Er sei "gespannt", wie die Antwort des Vatikans aussehen werde. "Wir können doch in Deutschland ganz ruhig sein, wenn wir der Überzeugung sind, dass das, was die deutschen Bischöfe da erarbeitet und vorgeschlagen haben, so gut ist, dass es auch universalkirchlich Bestand haben kann." Woelki zeigte sich überrascht von der öffentlichen Wirkung, die der Vorstoß ausgelöst hatte. "Ich bin ein bisschen erstaunt darüber, dass das einen solchen Rummel ausgelöst hat, und dass da von 'Dissens' und ähnlichen Dingen geschrieben wird." Man solle die Angelegenheit "mal ein bisschen herunterhängen", forderte er.
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Erich Lang aus Tirschenreuth | 11.04.2018 | 16:30  
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