Bürgerkrieg in Syrien
Türken bombardieren Afrin

Istanbul/Damaskus. Nach der Entsendung syrischer Regierungskräfte in die von Kurden kontrollierte Region Afrin im Norden Syriens hat die Türkei das Gebiet nach syrischen Regierungsangaben bombardiert. Das meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Dienstag. Im regierungsnahen TV-Sender Al-Mayadeen war eine Explosion zu sehen. Es habe sich um einen türkischen Angriff gehandelt.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu der Türkei meldete am Dienstag Artilleriebeschuss in der Region. Warnschüsse seien auf mit dem syrischen Regime verbundene "terroristische Gruppen" abgefeuert worden, hieß es. Diese hätten versucht, in die Stadt Afrin zu gelangen, hätten sich aber aufgrund des Beschusses zurückgezogen.

Kurz zuvor waren erste syrische Regierungskräfte in Afrin eingerückt, wie die Kurdenmiliz YPG bestätigte. Die Einheiten sollten sich an der Verteidigung der Grenzen beteiligen. Die Kurden wollen so einen Angriff der Türkei stoppen. Türkische Truppen und syrische Verbündete hatten vor einem Monat eine Offensive auf Afrin begonnen. Das Gebiet wird von der YPG kontrolliert. Die Türkei sieht in der Miliz den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie. Am Montag hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu Syrien gewarnt: "Wenn das Regime eindringt, um die YPG zu schützen oder ihren Schutz zu gewährleisten, dann kann niemand uns, die Türkei und die türkischen Soldaten stoppen." Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte am Dienstag eine Belagerung der Stadt Afrin an. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte vor einer Spaltung Syriens und forderte die Türkei auf, mit der syrischen Regierung in Dialog zu treten.

Das Rebellengebiet Ost-Ghuta im Osten der Hauptstadt Damaskus erlebte eine der blutigsten Angriffswellen seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast sieben Jahren. Bombardierungen hätten in weniger als 48 Stunden mehr als 200 Zivilisten getötet, meldete die syrische Beobachtungsstelle. Mehr als 1100 Menschen seien verletzt worden, viele davon schwer.
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Franz Wölfl aus Mitterteich | 21.02.2018 | 10:55  
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