23.03.2017 - 16:32 Uhr
Deutschland & Welt

Bundestag beschließ ergebnisoffene Suche Endlager-Standort soll bis 2031 feststehen

Berlin. Wissenschaftlich, transparent, ergebnisoffen: Der Bundestag hat Regeln und Kriterien für die Suche nach einem deutschen Endlager für hoch radioaktiven Atommüll beschlossen. Auf dieser Grundlage sollen Experten bis 2031 den Ort finden, an dem der strahlende Abfall aus Atomreaktoren eine Million Jahre lang möglichst sicher unterirdisch lagern kann. Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit kommen dafür in Frage. Mitte des Jahrhunderts soll das Endlager in Betrieb gehen. Union, SPD und Grüne stimmten am Donnerstag in Berlin für das Gesetz, die Linken dagegen. Es sei dringend nötig gewesen, das "Chaos in Sachen Atommüll zu ordnen", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Die Frage, wo er lagern solle, dürfe nicht anderen Ländern oder nachfolgenden Generationen aufgebürdet werden. Das letzte Atomkraftwerk in Deutschland geht 2022 vom Netz. Die kaum vorstellbar lange Lagerdauer zeige "überdeutlich, welch ein Irrweg die Nutzung der Atomenergie war", sagte Hendricks. "Der friedliche Protest gegen die Atomenergie gehört für mich zu den großen Leistungen der Demokratie in Deutschland." Von nun an würden die Bürger während des gesamten Prozesses mit einbezogen. Die Standort-Entscheidung treffen allerdings Bundestag und Bundesrat. Der Linken-Abgeordnete Hubertus Zdebel kritisierte, dass Gorleben als Standort "im Rennen" bleibe und kein "klarer Schlussstrich" gezogen werde. Die Grünen stimmten dagegen zu. Die Endlager-Suche sei nun nicht mehr Sache einzelner möglicherweise betroffener Bundesländer, sondern "eine nationale Aufgabe", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

von Agentur DPAProfil
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