11.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bundeswehr-Studie: Afghanistan-Einsatz verändert die deutschen Soldaten In Gedanken am Hindukusch

Deutsche Soldaten in Afghanistan rüsten zur Patrouille. Archivbild: paa
von Agentur DPAProfil

Einsätze in Afghanistan haben für deutsche Soldaten gravierende Auswirkungen auf ihr weiteres Leben. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie der Bundeswehr über Rückkehrer aus dem Konfliktgebiet am Hindukusch. Viele Soldaten berichteten nach ihrer Heimkehr von größerem Selbstbewusstsein und einer größeren Wertschätzung des Lebens, erläuterte die Studienleiterin Anja Seiffert vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Etwa fünf bis acht Prozent fühle sich dagegen auch zwei Jahre nach dem Einsatz "fremd im eigenen Leben". Die Betroffenen litten unter anhaltenden seelischen und/oder körperlichen Verletzungen. Generell sei die Zeit des Einsatzes für die Soldaten und ihre Familien "extrem belastend", sagte Seiffert.

Die Forscher befragten im Auftrag des Verteidigungsministeriums mehr als 4000 deutsche Soldaten des 22. Kontingents der internationalen Afghanistantruppe Isaf. Demnach stellen persönliche Veränderungen für die Soldaten nach der Rückkehr aus dem Einsatz "nicht die Ausnahme, sondern die Regel dar", heißt es. Die Mehrzahl der Befragten habe allerdings von positiven Auswirkungen des Einsatzes auf die eigene Person berichtet. Die Forscher begleiteten die Isaf-Soldaten zwischen März und Oktober 2010. In dieser Zeit gab es mehrere blutige Gefechte mit Aufständischen, bei denen mehrere deutsche Soldaten fielen.

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