04.04.2018 - 20:58 Uhr
Deutschland & Welt

Carles Puigdemont bekommt im Gefängnis Besuch Besuch von Ehefrau und Unterstützern

Seine Ehefrau besucht ihn im Gefängnis: Der katalanische Separatistenführer Puigdemont sieht sie zehn Tage nach seiner Festnahme wieder. Das juristische Tauziehen und die politischen Kontroversen um eine Auslieferung an Spanien gehen weiter.

Marcela Topor, Ehefrau von Carles Puigdemont, kommt begleitet von dem Unternehmer Josep Maria Matamala in die Justizvollzugsanstalt. Bild: Carsten Rehder/dpa
von Agentur DPAProfil

Neumünster. Zehn Tage nach seiner Festnahme in Schleswig-Holstein hat der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont im Gefängnis in Neumünster Besuch von seiner Frau und von Sympathisanten erhalten. Ehefrau Marcela Topor kam am Mittwochmittag, grüßte die Journalisten vor der Justizvollzugsanstalt, äußerte sich aber weder vor noch nach ihrem gut dreistündigen Besuch. Begleitet wurde sie vom Unternehmer Josep Maria Matamala, der Puigdemont unterstützt.

Bereits am Morgen hatte Puigdemont Besuch vom ersten Vizepräsidenten des katalanischen Parlaments und Abgeordneten seiner Partei Junts per Catalunya, Josep Costa, erhalten. Puigdemont sei zuversichtlich, in sehr gutem Zustand und halte ungebrochen an seinen politischen Zielen fest, berichtete Costa nach dem Treffen. Puigdemont habe daran erinnert, dass viele katalanische Präsidenten in der Geschichte Exil, Gefängnis oder Verfolgung durchgemacht hätten - und er nach seiner ersten Wahl zum Präsidenten Kataloniens erwartet habe, dass sich die Geschichte diesmal nicht wiederhole. Es handle sich um politische Verfolgung. Puigdemont sei daher zuversichtlich, dass die deutschen Gerichte, ihn nicht nach Spanien ausliefern würden.

Am Nachmittag bekundete Sloweniens ehemaliger Außenminister Ivo Vajgl nach einem Treffen mit Puigdemont im Gefängnis seine Solidarität. Er kritisierte das Schweigen vieler europäischer Regierungen und auch der EU-Führung. "Denn sie verstehen nicht, dass dies eine Gefahr ist für die europäische Demokratie", sagte der Europaparlamentarier. Er hoffe, dass Deutschland Puigdemont nicht an Spanien ausliefere.

Die spanische Justiz wirft Puigdemont Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Mittel vor. Ihm drohen in Spanien bis zu 30 Jahre Haft. Hintergrund ist das von der Zentralregierung in Madrid untersagte und von den spanischen Gerichten als verfassungswidrig eingestufte Referendum von 2017 über die Unabhängigkeit Kataloniens. Puigdemont hatte danach die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien erklärt.

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