CDU-Innenpolitiker vermutet „Machtprobe“ in Köln
Rätseln über Motive

Köln/Berlin. Nach der jüngsten Silvesternacht versucht die Kölner Polizei herauszufinden, wie und warum erneut mehr als 1000 junge Nordafrikaner zum Hauptbahnhof der Domstadt kamen. "Dem werden wir nachgehen", sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte zuvor gesagt, es bereite ihm Sorge, dass man darauf noch keine Antwort habe.

"Für mich ist das eine Machtprobe gewesen", sagte am Dienstag der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster". Der Staat müsse wehrhaft bleiben. "Und wenn eine Gruppe von Nordafrikanern, 1000 oder 2000, versucht, herauszufinden, ob wir das sind, dann wurde genau mit der richtigen robusten Sprache geantwortet: Wir Deutsche feiern Silvester so, wie wir's wollen." Ein Sprecher der Kölner Polizei sagte zu Schusters These, man könne dies nicht ausschließen, die Untersuchungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen.

Der Kölner Sozialwissenschaftler Mimoun Berrissoun vermutet "gelenkte Gruppen" hinter den Ereignissen der Silvesternacht. Bei den von der Polizei beobachteten nordafrikanischen Intensivtätern müsse man zwei Gruppen unterscheiden: "Zum einen die Leute, die die Szene lenken - das sind Berufskriminelle, bei denen einige auch deutsch sprechen. Dann gibt es Mitläufer, die zunächst als geduldete Asylbewerber keine Perspektive haben und von den Lenkern rekrutiert werden." Vor Silvester war spekuliert worden, die Tätergruppe des Vorjahres werde angesichts der großen Polizeipräsenz wohl wegbleiben.
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