CDU-Parteitag in Essen
Schlappe für Angela Merkel

Angela Merkel nach ihrer Wiederwahl als CDU-Chefin beim Bundesparteitag in Essen. Bild: dpa

Essen. Kanzlerin Angela Merkel hat bei ihrer Wiederwahl zur CDU-Vorsitzenden einen Dämpfer hinnehmen müssen. Beim Bundesparteitag am Dienstag in Essen stimmten 89,5 Prozent der Delegierten für sie, teilte die CDU mit. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis als Vorsitzende während ihrer Kanzlerschaft und ihr zweitschlechtestes Resultat überhaupt - 2004 kam sie auf 88,4 Prozent. Die CDU wertet, anders als andere Parteien, die Enthaltungen bei der Abstimmung als ungültig. So fallen die Ergebnisse meistens etwas besser aus. Bezieht man die Enthaltungen mit ein, kommt Merkel diesmal auf 89,1 Prozent. Sie wurde zum neunten Mal zur CDU-Vorsitzenden gewählt. Merkel will ihre Partei zum vierten Mal als Kanzlerkandidatin in den Bundestagswahlkampf führen.

Kritik an der Vorsitzenden

In der Aussprache nach Merkels Rede gab es teilweise heftige Kritik an der Vorsitzenden. Sie habe die CDU zu weit nach links gerückt und mit ihrer Flüchtlingspolitik die Alternative für Deutschland (AfD) erst möglich gemacht, erklärten mehrere Redner.

Die CDU hat zudem ihre fünf stellvertretenden Vorsitzenden wiedergewählt. Das beste Ergebnis bekam erneut die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner mit 86,2 Prozent. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier erhielt nach Parteiangaben 85,4 Prozent, NRW-CDU-Chef Armin Laschet 81,9 Prozent. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl kam auf 73,9 Prozent, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf 72,4 Prozent.

Neu ins Präsidium gewählt wurden Bundesinnenminister Thomas de Maizière (80,2 Prozent) und Kulturstaatsministerin Monika Grütter (70,4 Prozent). (Seite 2)
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Johann Strasser aus Winklarn | 08.12.2016 | 08:38  
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