21.02.2017 - 20:26 Uhr
Deutschland & Welt

CDU und Wirtschaft greifen Martin Schulz an „Zurück in die 1990er Jahre“

Berlin. Die Wirtschaft und der Koalitionspartner Union haben die Reformvorschläge von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz für den Arbeitsmarkt attackiert. "Wir haben die Arbeitslosigkeit seit 2005 halbiert. Was Kandidat Schulz fordert, gefährdet diesen Erfolg", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber am Dienstag dem "Handelsblatt". Nötig sei dafür Flexibilität am Arbeitsmarkt, nicht eine längere Bezugszeit von Arbeitslosengeld, wie Schulz zuvor angedeutet hatte.

Martin Schulz. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Auch Deutschlands Arbeitgeber kritisierten Schulz massiv. "Viele Vorschläge sind ohne präzise Kenntnis der Zahlen oder der Rechtslage in Deutschland formuliert", wiesen die Arbeitgeber Schulz' Forderung nach einem längeren Arbeitslosengeld I zurück. Die SPD wolle zurück in die 1990er Jahre: "Damit kann man die deutschen Arbeitsplätze nicht sichern", sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA, Steffen Kampeter, der "Nordwest-Zeitung".

Sattelfest bei den Zahlen zu befristeten Arbeitsverträgen zeigten sich weder Wirtschaft noch Schulz: Der Kanzlerkandidat hatte im Interview der "Bild"-Zeitung behauptet, in der Altersgruppe zwischen 25 und 35 Jahren hätten knapp 40 Prozent befristete Verträge. Tatsächlich waren es 2015 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 17,9 Prozent. Aber auch die BDA, die von gut 12 Prozent sprach, lag falsch. (Seite 3)

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