05.03.2017 - 19:10 Uhr
Deutschland & Welt

CSU-Generalsekretär Scheuer spricht von "ungeheuerlicher Entgleisung des Despoten vom Bosporus" Erdogan legt nach: "Nazi-Praktiken"

Istanbul/Berlin. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den hitzigen Streit mit Deutschland um Wahlkampfauftritte seiner Minister weiter verschärft. "Eure Praktiken machen keinen Unterschied zu den Nazi-Praktiken in der Vergangenheit", sagte er am Sonntag in Istanbul. Erdogan reagierte damit auf mehrere Absagen für Wahlkampfauftritte türkischer Politiker hierzulande. Auch der Fall des inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel belastet das Verhältnis beider Ländern weiter schwer.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gießt weiter Öl ins Feuer. Bei einem Auftritt in Istanbul warf er Deutschland "Nazi-Praktiken" vor. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer forderte eine Entschuldigung Erdogans. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Deutschland habe nichts mit Demokratie zu tun, sagte Erdogan weiter. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner reagierte empört. Der Nazi-Vergleich sei ein "neuer Höhepunkt der Maßlosigkeit", sagte sie. "Es ist schlicht unverschämt." "Das ist eine ungeheuerliche Entgleisung des Despoten vom Bosporus", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer.

Erdogan konterkarierte damit auch Bemühungen um eine Verständigung zwischen Ankara und Berlin. Ministerpräsident Binali Yildirim sprach am Samstag in einem einstündigen Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch über die Wahlkampfauftritte. Die Türkei werde ihre "Taktik" etwas ändern", sagte Yildirim demnach. Das Gespräch wurde in Berlin bestätigt, Details aber nicht genannt.

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