23.02.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Debatte über Wehrpflicht: Wehrbeauftragter Bartels lehnt Wiederbelebung ab

Berlin. Trotz der Debatte über höhere Militärausgaben und Aufrüstung hat der Wehrbeauftragte des Bundestags Forderungen zurückgewiesen, die allgemeine Wehrpflicht wiederzubeleben. "Angesichts der sicherheitspolitischen Lage ist die Wehrpflicht weder erforderlich noch schnell reaktivierbar", sagte Hans-Peter Bartels. Der Reservistenverband hatte eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ins Spiel gebracht.

von Agentur DPAProfil

Dabei geht es dem Verband nicht nur um die Streitkräfte: Präsident Oswin Veith sprach sich in der "Heilbronner Stimme" für eine allgemeine Dienstpflicht für Männer wie Frauen aus, in der man zwischen Wehr- und Ersatzdienst wählen kann. Denn auch in der Feuerwehr oder in der Pflege habe das Engagement spürbar abgenommen. Die Wehrpflicht war 2011 nach 55 Jahren ausgesetzt worden. Seitdem sind die Streitkräfte von mehr als 200 000 auf 178 000 Soldaten geschrumpft. Die Bundeswehr muss nun wie andere Arbeitgeber verstärkt um Nachwuchs werben. Deutschland müsse für innere Krisen und internationale Bedrohungen gewappnet sein, sagte Veith. "Es wurde bereits eine ganze Menge getan, dass der Soldatenberuf auch weiterhin attraktiv bleibt." Der Wehrdienst habe bei dem einen oder anderen damals das Interesse geweckt und ihn bewogen, in der Bundeswehr zu bleiben. Veith forderte, eine Diskussion ohne Scheuklappen.

Die Bundeswehr besitze nach Angaben des Wehrbeauftragten Bartels gar nicht mehr die Kapazitäten, um so viel Nachwuchs aufzunehmen und auszubilden. Der Wehrbeauftragte plädiert statdessen für eine engere Verzahnung der Verteidigung in Europa. "Wir haben 1,5 Millionen Soldaten in Europa, das ist mehr als die USA haben, mehr als Russland hat. Wenn das vernünftig organisiert wäre, wäre das eine eindrucksvolle Macht." (Kommentar)

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