11.02.2018 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Demo in Weidens Partnerstadt Macerata steht auf gegen Rassismus

Macerata. Eine Woche nach dem Angriff auf mehrere Migranten in Macerata, der Partnerstadt von Weiden, haben tausende Menschen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Aus Angst vor Ausschreitungen wurden am Samstag Teile der italienischen Stadt in der Region Marken abgesperrt und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Schulen und Geschäfte blieben geschlossen. Nach Medienberichten gingen die Veranstalter von rund 30 000 Teilnehmern aus. Offizielle Zahlen gab es zunächst nicht. Das Innenministerium sprach von einem friedlichen Marsch.

Deutliches Zeichen: Demonstranten ziehen in Macerata gegen Rassismus durch die Stadt. Bild: M. Percossi/dpa
von Agentur DPAProfil

Antifaschistische Organisationen aus dem ganzen Land versammelten sich genauso wie Anhänger von Linksparteien und sozialen Einrichtungen. Auf Transparenten stand unter anderem: "Wir sind alle Ausländer". Auch in anderen Städten, darunter in Mailand, wurde gegen Rassismus demonstriert.

Ein Schütze hatte vor einer Woche mitten im Wahlkampf offensichtlich aus rassistischen Motiven das Feuer auf mehrere Afrikaner eröffnet. Sechs Menschen wurden verletzt. Grund soll der Tod einer 18-jährigen Italienerin gewesen sein, die zerstückelt in zwei Koffern gefunden worden war. Mehrere Nigerianer sind in dem Fall festgenommen worden. Seit der Attacke von Macerata ist im italienischen Wahlkampf eine bittere Debatte über Migration entbrannt. Vor allem rechte Parteien erhoffen sich mehr Zuspruch bei der Wahl am 4. März.

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