03.04.2017 - 16:16 Uhr
Deutschland & Welt

Deutschland gibt mehr Geld für Hungernde in Ostafrika Schlimmste Dürre seit 50 Jahren

Addis Abeba. Deutschland stockt seine Hilfe für die vom Hunger bedrohten Menschen in den Dürregebieten am Horn von Afrika um 100 auf 300 Millionen Euro auf. "Es ist eine Schande, wie die Weltgemeinschaft mit ansieht, wie hier gestorben und gelitten wird", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Montag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Adeba. Ihn begleitet auch Model und Schauspielerin Barbara Meier aus Amberg.

Model und Schauspielerin Barbara Meier (Zweite von rechts) mit Gerd Müller (CSU), dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vor dem Abflug der Delegation der Bundesregierung nach Äthiopien. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

In Ostafrika herrscht die schlimmste Dürre seit 50 Jahren. Allein in Äthiopien leiden etwa 5,6 Millionen Menschen akut an Hunger. Der Höhepunkt der Dürre wird in diesem Mai erwartet. Besonders dramatisch ist die Situation im Südsudan, wo der Bürgerkrieg auch die Versorgung der Hungernden erschwert.

Minister: Schäme mich

Müller sagte, bislang sei erst ein Viertel des Geldes aufgebracht worden, das nach UN-Berechnung für die Finanzierung der laufenden Programme benötigt werde. Deutschland werde einen internationalen Aufruf starten, um die Überlebenshilfe für Millionen von Menschen zu sichern.

"Ich schäme mich, dass es dazu erst Bilder toter und hungernder Kinder bedarf", sagte Müller. Finanziert wird die zusätzliche deutsche Unterstützung in diesem Jahr mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums.

Mehr als 250 000 Tote

In Somalia sind über sechs Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Bei einer Dürre im Jahr 2011, die anders als heute nicht das ganze Land betraf, kamen mehr als 250 000 Menschen ums Leben. Die Lage in dem Land und am Horn von Afrika soll nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Mittwoch auch nach einer von EU und UN organisierten Syrien-Konferenz in Brüssel beraten werden.

Dort solle darüber nachgedacht werden, "wie wir die ja wirklich drohende Hungersnot am Horn möglicherweise noch abwenden können", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin. Dabei gehe es zum einen um die Ausstattung der Hilfsorganisationen und zum anderen darum, dass Geber vorgesehene Mittel sehr schnell bereitstellen und diese möglicherweise auch noch einmal erhöhen.

Ein Sprecher des Entwicklungsministeriums kritisierte, "dass der UN-Generalsekretär wieder einmal bei einer Krise mit einem Klingelbeutel hausieren gehen muss".

Barbara Meier

Model und Schauspielerin Barbara Meier aus Amberg gehört als Botschafterin für fair gehandelte Textilien mit zur Regierungsdelegation. Die 30-Jährige möchte sich einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen der Textilindustrie vor Ort verschaffen. Auch besucht sie in der Somali-Region eine Siedlung, in der vor der Dürre geflohene Menschen mit dem Nötigsten versorgt werden, unter anderem mit sauberem Trinkwasser und Nahrung. (nt/az)

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