Deutschland und China wollen Zusammenarbeit stärken
Niedliche Pandas, große Geschäfte

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Staatspräsident von China, Xi Jinping, im Berliner Zoo bei der Eröffnung der neuen Anlage für zwei Pandabären aus China. Bild: Axel Schmidt/Pool Reuters/dpa

Die USA schotten sich unter Präsident Trump ab. Kanzlerin Merkel vertieft als Konsequenz andere Bündnisse. Kurz vor der G20-Runde in Hamburg hilft da auch Symbolik: die Panda-Diplomatie.

Berlin. Berlin und Peking setzen angesichts weltweiter Krisen und der Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump auf noch engere Zusammenarbeit. "In einer Zeit der Unruhe" könnten China und Deutschland einen Beitrag dazu leisten, "diese Unruhe auch etwas zu besänftigen und daraus eine etwas ruhigere Welt zu machen", sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Berlin. Im Beisein beider wurde unter anderem ein Rahmenvertrag zur Lieferung von 140 Airbus-Flugzeugen im Wert von 20,1 Milliarden Euro unterzeichnet.

Merkel und Xi eröffneten im Berliner Zoo die Anlage für Panda-Weibchen Meng Meng (Träumchen) und Männchen Jiao Qing (Schätzchen), die China als besonderes Zeichen der Nähe ausgeliehen hatte. "Nun haben wir zwei sehr sympathische Diplomaten hier", sagte Merkel. Die Tiere "werden Sonderbotschafter unserer beiden Länder sein". China leiht sie dem Berliner Zoo für jährlich eine Million Dollar zunächst für 15 Jahre.

Merkel sagte Xis Besuch sei eine gute Gelegenheit, "unsere umfangreichen strategischen Beziehungen auch zu erweitern und zu verbreitern". Neben den sehr starken Handelsbeziehungen wolle man die technologische Zusammenarbeit vertiefen. Außerdem wollen beide Länder ihre Sicherheitszusammenarbeit beispielsweise gegen Cyberangriffe oder im Anti-Terror-Kampf ausbauen. Allerdings gilt China als einer der Hauptakteure bei bisherigen Cyberangriffen gegen Deutschland.

Xi betonte, die deutsch-chinesischen Beziehungen seien politisch, wirtschaftlich und beim gesellschaftlichen Austausch "eine Erfolgsgeschichte". Auf dieser Basis hoffe er auf eine neue Phase und weitere Vertiefung der Partnerschaft.

Merkel sagte, sie arbeite bei der Vorbereitung des G20-Gipfels am Freitag und Samstag eng mit China zusammen, das im vergangenen Jahr die G20-Präsidentschaft inne hatte. Inhaltliche Fortschritte in Hamburg sind wegen der protektionistischen Politik Trumps und dessen Ausstiegs aus dem Klimaabkommen von Paris fraglich. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte China zu enger Zusammenarbeit beim Klimaschutz auf. Im Gegensatz zu den USA stünden China und Deutschland zu ihren Zusagen im Rahmen des Klimaabkommens.

Er rief auch dazu auf, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit zu schützen. China und Deutschland sollten jeder Schwächung des Völkerrechts und der internationalen Organisationen entgegentreten.
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