27.12.2017 - 16:38 Uhr
Deutschland & Welt

"Digitale Gesellschaft": Uwe Brandl hat klare Prioritäten Den digitalen Ausbau vorantreiben

Abensberg. Behörden, Unternehmen, Schulen - der neue Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Uwe Brandl (58, CSU), will den digitalen Ausbau vorantreiben. Dafür müssten gegebenenfalls andere Themen zurückstehen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Brandl ist Bürgermeister der niederbayerischen Stadt Abensberg und tritt zum 1. Januar 2018 sein Amt an.

Der promovierte Jurist Uwe Brandl (CSU) ist seit 1993 Bürgermeister der Stadt Abensberg (Kreis Kelheim). Bild: Armin Weigel/dpa
von Agentur DPAProfil

Digitaler Ausbau bedeute, die technischen Voraussetzungen zu schaffen und die Menschen im Umgang damit zu schulen, sagte Brandl. "Wir brauchen Breitbandausbau, wir brauchen Glasfasertechnik." Dafür will er sich auch bei den Koalitionsverhandlungen einsetzen, denn in der Regel würden ab einer bestimmten Verhandlungsphase auch Vertreter der Spitzenverbände einbezogen. Er fände es gut, "wenn man sich dazu durchringt, im Telekommunikationsgesetz festzuschreiben, dass Breitbandversorgung eine Grundversorgung der Bevölkerung ist".

Laut Brandl müsse die Verwaltung in Behörden und Unternehmen zügig digitalisiert werden. Auch in Schulen gebe es Nachholbedarf. "Es geht nicht nur darum, dass die Bürger künftig nicht mehr aufs Amt gehen müssen." Die Themenpalette sei vielfältig, das fange bei guter Archivierungssoftware an und gehe bis hin zur Schulung von Lehrern im Umgang mit interaktiven Tafeln, sogenannten digitalen Whiteboards.

Im Gegenzug zum digitalen Ausbau bei der Instandsetzung von Straßen das Tempo zu drosseln, sei natürlich mit Risiken verbunden, sagte Brandl. "Da abzuwägen und das richtige Mittelmaß zu finden, ist wichtig." Der promovierte Jurist Brandl ist seit 1993 Bürgermeister der Stadt Abensberg (Kreis Kelheim). 2003 wurde er zum Präsidenten des Bayerischen Gemeindetags sowie zum Vizepräsidenten des Deutschen Städte- und Gemeindebunds gewählt.

Jetzt freut er sich auf sein neues Amt: "Es ist eine ganz andere Liga", sagte er. Die diplomatischen Gepflogenheiten in Berlin seien anders. "Das ist eine Herausforderung. Dort spricht man die Dinge nicht so direkt an. Als Niederbayer ist man es gewohnt, sehr klar zu artikulieren, wo der Hammer hängt." Aber er sei ja nicht neu, sagte er, sondern schon seit einigen Jahren als Vizepräsident auf Deutschland-Ebene unterwegs.

Spannend findet er die Unterschiedlichkeit der Länder - die es aber auch in Bayerns gebe. Auch Bayern sei heterogen, von reich bis arm, von groß bis klein. "Auch wir haben an den Rändern Bayerns die Landfluchtthematik. Auch wir haben 600 Kommunen, die gerade so am Existenzminimum dahin krebsen." Auf Bundesebene sei es ähnlich, da gebe es kleinteilige Länder und dann "die große Herausforderung Nordrhein-Westfalen" mit Riesenkommunen. Da gehe eine Kommune in die andere über, "und die 500 000 Einwohner starke Gemeinde spricht vom ländlichen Raum, zu dem sie gehört".

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