28.12.2017 - 22:30 Uhr
Deutschland & Welt

"Dinosaurier des Jahres" für Präsident des Deutschen Bauernverbands Rukwied erhält Negativ-Preis

Berlin. Deutschlands wohl peinlichster Umweltpreis "Dinosaurier des Jahres" geht in diesem Jahr an Bauernpräsident Joachim Rukwied. Er erhalte den Negativ-Preis für seine rücksichtslose Blockade einer umweltfreundlichen Agrarreform, teilte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) am Donnerstag mit.

Der Nabu hat Bauernpräsident Joachim Rukwied mit dem "Dinosaurier des Jahres 2017" ausgezeichnet. Bild: Nicole Flöper/NABU
von Agentur DPAProfil

Die Öffentlichkeit sei erschüttert über die erneute Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat, über zu viel Nitrat im Grundwasser und das drastische Insekten- und Vogelsterben, sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Rukwied zeige sich aber nicht an einem ernsthaften Dialog mit Naturschützern interessiert. Er halte die Landwirtschaft für nachhaltig und gebe anderen Entwicklungen die Schuld an Umweltproblemen.

Rukwied hatte Anfang Dezember das umstrittene Ja von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) zu einer weiteren Zulassung von Glyphosat in der EU begrüßt. Kritiker sehen das Unkrautgift als Gefahr für die Artenvielfalt und halten es für möglicherweise krebserregend. Im Bundestag fordern SPD, Grüne, Linke und AfD einen Ausstieg aus der Anwendung in Deutschland. Der Naturschutzbund vergibt den "Umwelt-Dinosaurier" seit 1993 jährlich an Persönlichkeiten, die sich seiner Ansicht nach beim Umweltschutz negativ hervorgetan haben. Rukwied nahm die Nachricht gelassen. "Der Nabu hat mit seinem alljährlichen Ritual bereits eine Reihe verdienter Persönlichkeiten ausgezeichnet. Ich freue mich über diesen 'Preis'", teilte der Politiker mit.

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