13.03.2018 - 17:58 Uhr
Deutschland & Welt

Donald Trumps nächster Paukenschlag "Rexit" in Washington

Immer wieder lag US-Außenminister Rex Tillerson mit Donald Trump im Clinch. Schon öfter gab es Spekulationen über einen Rücktritt. Nun muss er gehen, und Donald Trump macht keinen Hehl aus seinen Beweggründen.

von Agentur DPAProfil

Washington. US-Präsident Donald Trump ersetzt den bisherigen Außenminister Rex Tillerson mit CIA-Chef Mike Pompeo. Das kündigte Trump überraschend am Dienstag (Ortszeit) an. Als Grund nannte Trump unterschiedliche politische Ansichten. Der "Rexit", wie Medien in den USA Tillersons Entlassung wegen dessen Vornamen nennen, erfolgt inmitten der Vorbereitungen auf das Treffen zwischen Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Trump erklärte am Dienstag, er sei mit Tillerson seit "einiger Zeit" im Gespräch über dessen Zukunft. "Wir hatten unterschiedliche Ansichten", sagte der Präsident. Als ein Beispiel nannte er das Atomabkommen mit dem Iran. Er habe aus dem Deal aussteigen oder etwas anderes damit machen wollen, Tillerson sei anderer Meinung gewesen.

2017 hatte es immer wieder Spekulationen darüber gegeben, Tillerson könnte zurücktreten oder Trump könnte ihn feuern. Der frühere Vorsitzenden des Energieriesen Exxon-Mobil dementierte dies stets. Nach einem Bericht der "Washington Post" forderte Trump Tillerson am Freitag zu dem Rücktritt auf. Die Zeitung schrieb, der Präsident habe sicherstellen wollen, dass es vor den Gesprächen mit Nordkorea ein neues Team gebe. Der Staatssekretär im Außenministerium, Steve Goldstein, erklärte am Dienstag, Trump habe vor seiner Entscheidung nicht mit Tillerson gesprochen. "Der Minister hatte die volle Absicht, im Amt zu bleiben", so Goldstein. Wenige Stunden später verlautete aus dem Weißen Haus, auch Goldstein sei gefeuert worden.

Tillerson hatte mehrfach Positionen vertreten, die sich von denen Trumps unterschieden, etwa was den Konflikt mit Nordkorea angeht. Der Chefdiplomat warb stets für eine diplomatische Lösung der Krise, während Trump auch immer wieder mit militärischen Schritten drohte. Im Oktober hatte der Sender NBC News berichtet, Tillerson habe Trump als "Schwachkopf" bezeichnet. Der Minister dementierte diese Darstellung nie direkt. Am Montag schloss sich Tillerson der Schlussfolgerung der britischen Regierung an, wonach Russland für den Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal verantwortlich ist. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen.

Mit Pompeo setzt Trump auf einen ihm stets loyalen Mann. Der 54-Jährige gilt als stramm konservativ und liegt ganz auf Trumps Linie, was den Iran und Nordkorea angeht. Neue Chefin der CIA soll Gina Haspel (61) werden, die bisherige Vizedirektorin des Auslandsgeheimdienstes. Sowohl Pompeo als auch Haspel müssen vom Senat bestätigt werden. Der personelle Wechsel reiht sich ein in eine Vielzahl von Rücktritten und Entlassungen in Trumps Regierung.

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