24.04.2018 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Emmanuel Macron bei Donald Trump: "Gemeinsames Band der Geschichte"

Beim Empfang seines französischen Kollegen Emmanuel Macron bemüht Donald Trump reichlich Pathos. Aber auch das gute persönliche Verhältnis kann nicht über die Unterschiede zwischen den beiden Präsidenten hinwegtäuschen.

Donald Trump und Emmanuel Macron während der Ankunftszeremonie auf dem Südrasen des Weißen Hauses. Bild: Pablo Martinez/AP/dpa
von Agentur DPAProfil

Washington. Frankreich sei der älteste Alliierte der USA. Man sei tief verbunden durch das gemeinsame Band der Geschichte, sagte Donald Trump. Nach Gesprächen mit dem US-Präsidenten hat Emmanuel Macron ein neues Gesamtkonzept für den Umgang mit dem Iran angeregt. Der in den USA umstrittene Atomdeal mit der islamischen Republik sei nur eine von vier Säulen der Politik. Es müsse in einem "neuen Deal" auch der Einfluss des Irans im Nahen Osten, die Begrenzung seines Raketenprogrammes und der Verzicht auf Atomwaffen geregelt werden, sagte Macron.

Trump attestiert dem Iran zwar, den Atomdeal technisch einzuhalten, aber auch mit seinem Raketenprogramm und der Förderung von Terror in der Region gegen dessen Geist zu verstoßen. "Wir brauchen einen fairen Deal", sagte Macron. Er müsse es den Staaten in der Region ermöglichen, friedlich zusammenzuleben. Dies schließe die Situation in Syrien ein. Die Führung in Damaskus wird vom Iran unterstützt.

Trump schickte dagegen neue Drohungen in Richtung Teheran. "Wenn der Iran uns bedroht, dann wird er einen Preis zahlen, den wenige Länder bezahlt haben", sagte Trump. "Man sieht die Fingerabdrücke des Irans hinter vielen Problemen in Nahost", sagte Trump. Bis zum 12. Mai muss Trump entscheiden, ob die USA weiterhin Sanktionen gegen das Land aussetzen. Dies wird de facto auch als Entscheidung über den Verbleib der USA im internationalen Atomdeal mit dem Iran angesehen.

Der Präsident bekräftigte zwar seine Absicht, die US-Soldaten möglichst bald aus Syrien abziehen zu wollen. Er fügte aber hinzu, dass man zunächst den Einsatz gegen den Islamischen Staat (IS) beenden müsse. Man wolle eine "starke und nachhaltige Fußspur" in Syrien hinterlassen, sagte Trump bei der Pressekonferenz mit Macron im Weißen Haus.

Trump hatte Macron mit militärischen Ehren zum ersten Staatsbesuch seiner Amtszeit vor dem Weißen Haus begrüßt. Am Mittwoch wird Macron eine Rede vor Senat und Abgeordnetenhaus im Kapitol halten. Eine ähnliche Ehre war 1960 dem damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle zuteil geworden. Am Freitag wird Angela Merkel als nächste ranghohe Politikerin aus einem EU-Land zum Arbeitsbesuch in Washington erwartet. Kommentar

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