Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit Türkei gefordert
"Eine Farce"

Berlin. Die Festnahme von zwei weiteren Deutschen in Antalya hat eine neue Debatte über einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgelöst. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer begründete eine entsprechende Forderung seiner Partei am Sonntag mit der "Willkürherrschaft und Geiselnahme unbescholtener deutscher Bürger" durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte zwar, die Beitrittsverhandlungen seien "weitgehend eine Farce" und gab Erdogan die Schuld dafür. Der Forderung nach einer Aussetzung der Gespräche schloss er sich aber nicht an, obwohl nur so auch ein Ende der Beitrittshilfen in Milliardenhöhe möglich ist. Mit der Linkspartei hat die CSU aber einen Verbündeten bei der Forderung nach dem Verhandlungs-Stopp gefunden. Die türkische Regierung forderte die Bundesregierung auf, sich nicht in ihre Angelegenheiten einzumischen. Deutschland rege sich auf, wenn man Anhänger der Gülen-Bewegung festnehme, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu und fragte die Bundesregierung: "Was geht Dich das an?". Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch von 2016 verantwortlich. Auch den zuletzt in Antalya festgenommen beiden Deutschen wird die Unterstützung der Gülen-Bewegung vorgeworfen.

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