05.01.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Ermittler vermuten gezielten Angriff Schüsse verletzen schlafenden Asylbewerber

Dreieich. Nach mehreren Schüssen auf eine Asylbewerberunterkunft im südhessischen Dreieich fahndet die Polizei nach einem oder mehreren Tätern. Bei der Tat wurde ein Flüchtling im Schlaf leicht verletzt. Die Schüsse seien am Montag kurz vor 2.30 Uhr auf ein Fenster des Gebäudes abgegeben worden, teilte die Polizei mit. Ein Projektil traf einen schlafenden Asylbewerber am Bein. Der 23-Jährige ist nach Aussage eines Mitbewohners Syrer. Er wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "gezielten Angriff", wollte sich unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen aber nicht zu Waffe und Munition äußern. "Das ist Täterwissen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Nina Reininger.

Ein Beamter der Spurensicherung markiert an der zerstörten Fensterscheibe einer Flüchtlingsunterkunft eine Einschussstelle. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Von dem oder den Tätern fehlte zunächst jede Spur. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) und der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel verurteilten die "feige Tat". Experten des Landeskriminalamts untersuchten die Einschusslöcher in der gesplitterten Glasscheibe in dem Flachbau. Das Polizeipräsidium Südosthessen habe eine "Besondere Aufbauorganisation" eingerichtet und arbeite mit Unterstützung des Landeskriminalamts mit einem 90-köpfigen Team an der Aufklärung, sagte Beuth.

Ein Zeuge sprach von einem vermummten Täter, den er gesehen habe. Es habe sich um eine Einzelperson gehandelt, die sechs- bis sieben Mal aus einer Handfeuerwaffe gefeuert habe, sagte der in der Unterkunft lebende Syrer mit Hilfe eines Dolmetschers. Der stellvertretende Bürgermeister Dreieichs, Martin Burlon (parteilos), sagte: "Wir sind erschüttert, fassungslos und entsetzt."

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