16.04.2018 - 22:16 Uhr
Deutschland & Welt

EU-Kommission setzt auf Biometrische Daten: Fingerabdruck soll in den Ausweis

Er ist etwas ganz persönliches, mit dem Fingerabdruck kann man Menschen zuordnen. Das würde Personalausweise sicherer machen, meint die EU-Kommission.

Ein vergrößerter Fingerabdruck. Die EU-Kommission hätte dieses Erkennungszeichen gerne in jedem Personalausweis. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin/Brüssel. Der Fingerabdruck und andere biometrische Daten im Personalausweis sollen nach dem Willen der EU-Kommission Vorschrift werden. So würde es für Terroristen und Kriminelle schwieriger, Dokumente zu fälschen, sagte Innenkommissar Dimitris Avramopoulos der "Welt". Bisher sind in Deutschland Fingerabdrücke in Personalausweisen freiwillig. In Reisepässen sind Fingerabdrücke seit 2007 Standard.

Die EU-Kommission will den Gesetzesvorschlag am Dienstag vorstellen. Damit er Realität würde, bräuchte er die Zustimmung des Europaparlaments und der EU-Staaten. Das Bundesinnenministerium erklärte: "Deutschland steht diesem Vorhaben positiv gegenüber." Fingerabdrücke in Personalausweisen böten einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor. Auch Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte das Vorhaben, verwies aber auch auf den Datenschutz. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Konstantin von Notz, lehnte die Pläne als "weiteren Schritt in Richtung einer potenzieller Totalüberwachung von mehr als 500 Millionen EU-Bürgern" ab. Auch aus dem Europa- parlament kam Kritik. Notz' Parteikollege Jan-Philipp Albrecht sprach von einem "tiefen Einschnitt in die Bürgerrechte". Es handele sich um eine symbolische Maßnahme, die nicht für mehr Sicherheit sorge. "Fingerabdrücke lassen sich fälschen."

Die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel betonte, biometrische Daten seien sensibel. "Eine EU-weite Pflicht von Fingerabdrücken in Personalausweisen sehe ich deshalb sehr kritisch." Das EU-Parlament müsse prüfen, ob der Vorschlag mit Grundrechten und Datenschutz im Einklang stehe.

Avramopoulos hatte erklärt: "Wir müssen die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle und keine Mittel mehr für sie, Anschläge durchzuführen." Von Notz dazu: "Das kommt einer Abkehr vom liberalen Rechtsstaat gleich." Kommentar

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