03.05.2018 - 21:58 Uhr
Deutschland & Welt

Experten der Krankenkassen halten angebote für nutzlos oder gar schädlich Zweifel an Selbstzahler-leistungen

Berlin. Viele Patienten bekommen beim Arzt Leistungen zum Selbstzahlen angeboten, die aus Sicht von Medizinexperten der Krankenkassen nutzlos sind oder sogar schaden. Besonders häufig verkaufte individuelle Gesundheitsleistungen (Igel) wie Messungen des Augeninnendrucks oder Ultraschall-Früherkennungen widersprächen teils den Empfehlungen von Fachverbänden, teilte der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (MDS) am Donnerstag mit. MDS-Geschäftsführer Peter Pick sagte, die Angebote orientierten sich nicht am nachgewiesenen Nutzen, sondern an Vorlieben von Arztgruppen und Umsatzinteressen der Praxen. "Zum Teil werden Patienten unter Druck gesetzt, damit sie solche Leistungen annehmen. Das ist nicht hinnehmbar." Igel-Leistungen werden von den Kassen nicht bezahlt.

von Agentur DPAProfil

Die von Ärzten am häufigsten verkauften Angebote waren laut einer Umfrage im Auftrag des MDS Messungen des Augeninnendrucks zur Früherkennung des Grünen Stars. 2000 gesetzlich Versicherte zwischen 20 und 69 Jahren wurden befragt. Der Berufsverband der Frauenärzte kritisierte, die Bewertungen brächten moderne Leistungen in Misskredit und säten Misstrauen gegen Ärzte.

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