05.04.2018 - 20:58 Uhr
Deutschland & Welt

Facebook-Daten abgesaugt Datenskandal noch größer

Der Datenskandal bei Facebook hat deutlich größere Ausmaße als bisher bekannt. Die Firma Cambridge Analytica hat bis zu 87 Millionen Facebook-Anwender ausgespäht. Auch in Deutschland wurden Mitglieder möglicherweise geschädigt.

von Agentur DPAProfil

Menlo Park. Der Facebook-Datenskandal um Cambridge Analytica zieht immer weitere Kreise: Die Daten von bis zu 87 Millionen Menschen könnten auf unrechtmäßige Weise an die Firma Cambridge Analytica gelangt sein, teilte das Online-Netzwerk am Mittwoch mit. Bislang war Facebook von rund 50 Millionen Betroffenen ausgegangen. Die weitaus meisten der betroffenen Nutzer stammen demnach aus den USA. In Deutschland sind möglicherweise bis zu 310 000 Facebook-Anwender betroffen. Facebook hatte einräumen müssen, dass Entwickler einer Umfrage-App massenhaft Informationen von Nutzern an Cambridge Analytica weitergereicht hatte, die unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump gearbeitet hatte. Dabei geht es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer selbst, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Das erklärt die hohe Zahl der betroffenen Nutzer.

An der Umfrage haben sich nach Facebook-Angaben lediglich 65 Nutzer aus Deutschland beteiligt. Durch einen Schneeballeffekt könnten bis zu 309 815 Mitglieder aus Deutschland betroffen sein. Ausgangspunkte sind dabei aber nicht nur die wenigen deutschen Teilnehmer, sondern auch Facebook-Freunde in den USA und anderen Ländern, die wiederum bei der Umfrage mitgemacht hatten.

Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg betonte, dass die Software-Schnittstellen, die einer Umfrage-App einen so breiten Zugriff auf Nutzerdaten überhaupt möglich machten, bereits 2014 dichtgemacht worden seien. Am Mittwoch schaffte Facebook auch die Möglichkeit ab, nach Nutzer-Profilen über Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu suchen. Das Online-Netzwerk glaube, dass über diese Funktion öffentlich zugängliche Informationen der Mehrheit der Nutzer von außerhalb der Plattform abgesaugt worden seien. Das sind meist Basis-Informationen wie Profilfoto, Wohnort oder Arbeitgeber.

Zuckerberg zeigte sich erneut selbstkritisch. Facebook habe nicht genug unternommen, um seine Nutzer zu schützen, bekräftigte er. Zuckerberg wird am 11. April zu dem Thema im US-Kongress aussagen. Auch die EU-Kommission will mit Facebook sprechen. Für die kommenden Tage hat sie Gespräche mit dem US-Konzern angekündigt.

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