Finanzsenator steigt auf
Tschentscher Nachfolger von Scholz als ErsterBürgermeister

Peter Tschentscher (SPD), bisher Finanzsenator von Hamburg, soll Erster Bürgermeister werden. Archivbild: Carsten Rehder/dpa

Hamburg. Hamburgs bisheriger Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) soll als Nachfolger von Olaf Scholz neuer Bürgermeister der Hansestadt werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Parteikreisen. Das kommt für die meisten Rathausbeobachter sehr überraschend, galt SPD-Fraktionschef Andreas Dressel doch als klarer Favorit für die Scholz-Nachfolge. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hatte Dressel offenbar Bedenken geäußert, weil seine familiäre Situation mit drei kleinen Kindern einen derartigen Job schlecht zulasse.

Dressel selbst bestätigte das zunächst nicht. Ein Sprecher der Hamburger SPD kommentierte die Berichte zunächst ebenfalls nicht. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe des "Hamburger Abendblatts" hatte neben Dressel auch die ebenfalls gehandelte Sozialsenatorin Melanie Leonhard zuvor abgewinkt. Amtsinhaber Scholz hatte am Morgen erklärt, als Bundesfinanzminister und Vizekanzler nach Berlin zu wechseln.

Tschentscher gilt als versierter Finanzexperte, der gemeinsam mit Scholz maßgeblich dafür Sorge trug, dass der rot-grüne Senat seinem Ziel der "Schwarzen Null" stetig näherkam. Als Sprecher der Finanzressortchefs der SPD-geführten Länder hat sein Wort auch bundesweit Gewicht, derzeit hat er den Vorsitz der Finanzministerkonferenz inne. Der 52-Jährige gilt als ruhiger, detailversessener Politiker und ähnelt darin dem Noch-Amtsinhaber Scholz. Der Landesvorstand der Hamburger SPD sollte noch am Freitag zusammenkommen, um über die Scholz-Nachfolge zu beraten. Unklar war zunächst, ob Scholz SPD-Landeschef bleiben will. Über seine Nachfolge an der Spitze des Senats soll ein SPD-Landesparteitag am 24. März entscheiden, ehe vier Tage später die Bürgerschaft darüber abstimmen könnte.
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