27.03.2018 - 20:44 Uhr
Deutschland & Welt

Flugbenzin nach wie vor steuerfrei Umweltsünder Auto angeklagt, Luftfahrt dagegen unantastbar

Jetzt an Ostern herrscht nicht nur auf den Straßen ein arges Gedränge, sondern auch am Himmel. Während der Gesetzgeber die Autohersteller wegen der Treibhausgase - zu Recht - an die Kandare nimmt und der Diesel wegen Stickoxiden sowie Feinstaub am Pranger steht, bleibt die Luftfahrt unbehelligt: Obwohl sie nach Einschätzung von Fachleuten der Umweltsünder schlechthin ist.

von Clemens Fütterer Kontakt Profil

"Just for Fun": Ein Urlaubs-Trip mit dem Flugzeug nach Teneriffa ramponiert das Klima in etwa so stark wie ein ganzes Jahr lang Autofahren. Laut Bundesumweltamt (UBA) bläst ein Jet pro Kilometer 200 Gramm Treibhausgase in die Atmosphäre. In zehn Kilometern Höhe wirken diese Hinterlassenschaften - samt Stickoxiden, Rußpartikeln und Wasserdampf - besonders verheerend. Hochgerechnet entspricht ein Flug von zwei Personen der Fahrt mit einem schweren Geländewagen (ebenfalls zu zweit), der 17 Liter Sprit frisst. Das verbrannte Kerosin ist steuerfrei! Vom Preis für einen Liter Autobenzin fließt hingegen weit mehr als die Hälfte an den Fiskus.

Die boomende Fliegerei stellt längst keine exotische Nische mehr dar. Die Luftfahrt trägt inzwischen mindestens 12 Prozent zur Kohlendioxid-Belastung in Deutschland bei. Tendenz stark steigend. Warum rührt die Politik nicht an dieses offensichtliche Tabu - und sorgt endlich mit einer Besteuerung von Flugbenzin für Gerechtigkeit gegenüber umweltfreundlichen Verkehrsmitteln?

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