30.08.2017 - 21:46 Uhr
Deutschland & Welt

Frauen in dem arabischen Land kämpfen gegen Benachteiligung und sexuelle Gewalt Jordanierinnen boxen zurück

Amman. Für Batul Mohanad waren es immer die schlimmsten Minuten des Tages: Was tun, wenn man auf dem Weg zur Arbeit ständig belästigt wird? Männer in der jordanischen Hauptstadt Amman machten sie an, wollten sie überreden, in ihr Auto einzusteigen, oder kamen ihr einfach viel zu nahe.

von Agentur DPAProfil

Die Rezeptionsdame eines Kampfsport-Studios beschloss daher, selbst ein paar Kniffe zu erlernen, um ihren persönlichen Freiraum zurückzuerobern. "Ich habe begonnen, zu trainieren, und mich in das Kickboxen verliebt", sagt die 22-Jährige.

Sie habe die anderen Mädchen im Club beobachtet, erzählt sie. "Ich konnte sehen, wie sie sich verändert haben. Sie sahen stärker und glücklicher aus, und ich wollte wie sie sein." Im muslimischen Jordanien ist sexuelle Gewalt gegen Frauen vielerorts ein Tabuthema. "Es gibt keine Frau in Jordanien, die nicht belästigt wird", sagt Mohanad. Obwohl sich viele Frauen darüber beklagen, gibt es kaum offizielle Statistiken. Erst Anfang August hob das jordanische Unterhaus ein Gesetz auf, das Vergewaltigern eine Strafe ersparte, wenn sie ihr Opfer heirateten. In dieser Strafgesetzreform wird "sexuelle Belästigung" weder erwähnt noch definiert.

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