05.03.2018 - 22:26 Uhr
Deutschland & Welt

Fünf Sterne und die Lega wollen an die Regierung Machtkampf in Italien

Rom. Nach der Parlamentswahl in Italien haben sowohl die rechtspopulistische Lega als auch die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten erhoben. "Wir sind die absoluten Gewinner", sagte Fünf-Sterne-Spitzenkandidat Luigi Di Maio am Montag in Rom. Seine Partei repräsentiere das gesamte Land, den "ganzen Stiefel".

von Agentur DPAProfil

Die Fünf Sterne waren bei der Wahl auf rund 32 Prozent gekommen und sind damit stärkste Einzelkraft. Allerdings kommen sie nicht auf eine Regierungsmehrheit. Auch die rechtspopulistische Lega beanspruchte die Führung für sich. Millionen Italiener hätten seine Partei beauftragt, das Land "von der Unsicherheit und Instabilität zu befreien", die Ex-Regierungschef Matteo Renzi und Brüssel zu verantworten hätten, sagte Matteo Salvini in Mailand. Renzi kündigte am Montagabend seinen Rücktritt an. Die Niederlage zwinge die Partei, "eine neue Seite aufzuschlagen", sagte er in Rom. "Es ist selbstverständlich, dass ich die Führung der Partito Democratico abgebe." Die ausländerfeindliche Lega war bei der Wahl im Bündnis mit der konservativen Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi angetreten und schaffte es auf 18 Prozent. Allerdings verpasste die Allianz mit etwa 37 Prozent nach Auszählung fast aller Stimmen die Regierungsmehrheit im Parlament. Die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel wünschte Italien viel Erfolg bei der Bildung einer stabilen Regierung. Mit Blick auf die schwierige Regierungsbildung in Deutschland sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: "Man möchte allen wünschen, dass es schneller als sechs Monate geht." Seite 4

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