19.03.2018 - 22:10 Uhr
Deutschland & Welt

Gauland und Le Pen zeugen Sympathie für Putin Putin, der Partner

In Westeuropa wettern Rechtspopulisten gegen die alten Eliten. Wenn es aber um Russlands Präsidenten Wladimir Putin geht, freuen sich Gauland, Le Pen & Co., wenn alles beim Alten bleibt.

Wladimir Putin hat seinen Wählern für seinen deutlichen Sieg bei der Präsidentenwahl gedankt. Bild: Sergei Chirikov/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin/Paris. Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland und die Chefin der französischen Front National, Marine Le Pen, gehören zu den ersten europäischen Politikern, die dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit zu seiner Wiederwahl gratulieren. Sie und andere Rechtspopulisten zeigen Sympathie für den Nationalismus, den Putin zelebriert, trommeln für ein Ende der Sanktionen, die von der EU nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim verhängt worden waren. Eine Ausnahme bildet die polnische Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Polen fühlt sich seit Ausbruch der Ukraine-Krise von Moskau bedroht und hat sich mit den baltischen Staaten für die Aufrüstung der Nato-Ostflanke eingesetzt. Das Wahlergebnis könne niemanden überraschen, kommentiert PiS-Europaminister Konrad Szymanski Putins Wahlsieg. Er wirft Moskau Manipulation und politische Diskriminierung vor.

Gauland sagt, im deutsch-russischen Verhältnis müsse man zu einer "konstruktiven Normalität" zurückkehren. Dazu zähle ein Ende der "für beide Seiten schädlichen Sanktionen". Ähnlich klingt es bei Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht auf Twitter: "Keine Verschärfung des Kalten Krieges, sondern neue Entspannungspolitik: Nach Wiederwahl von Putin ist Neustart der Beziehungen mit Russland nötig. Statt Vorverurteilungen & immer absurderen Sanktionsforderungen muss das Sanktionsregime beendet werden."

Der AfD-Abgeordnete Markus Frohnmaier weilte am Montag noch als Wahlbeobachter in Russland. "Ich will keine russischen Verhältnisse in Deutschland, aber vielleicht wollen die Russen ja auch keine deutschen Verhältnisse in Russland", sagt er. Putins Erfolg bestätige "die Stabilität und die demokratische Verankerung Russlands", heißt es von Le Pens Front National (FN). Das Wahlergebnis müsse die EU dazu bringen, ihre "absurde und kontraproduktive Politik der Erpressung, der Bedrohungen und der Sanktionen zu beenden".

Für die FN-Europaabgeordnete Mylène Troszczynski ist Putin ein Vorbild. Sie kommentiert via Twitter: "Patriotismus, Unabhängigkeit, Respekt der Souveränität der Staaten: Unsere westlichen Anführer täten gut daran, sich von einer solchen Politik inspirieren zu lassen." Der außenpolitische Sprecher der rechtspopulistischen dänischen Volkspartei, Søren Espersen, zeigt Verständnis für die Wähler. "Ich denke, die Menschen in Russland haben das Gefühl, dass Putin sie wieder in die Superliga gehoben hat, nachdem sie sich nach dem Fall der Sowjetunion jahrelang schlecht behandelt fühlten", sagte er laut Nachrichtenagentur Ritzau.

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