16.07.2017 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Gedenken an Putschversuch Erdogan: "Verrätern die Köpfe abreißen"

Ein Jahr ist der Putschversuch in der Türkei her. Präsident Erdogan macht bei den Gedenkfeiern mit martialischen Worten deutlich, dass es keine Gnade für die Putschisten und für die Drahtzieher geben werde.

Ein PR-Foto der Regierung zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor dem Präsidentenpalast in Ankara. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Ankara. Recep Tayyip Erdogan hat ein unnachgiebiges Vorgehen gegen die Putschisten und deren Hintermänner angekündigt. "Sowohl die elenden Putschisten als auch jene, die sie auf uns gehetzt haben, werden von nun an keine Ruhe mehr finden", sagte Erdogan bei einer Ansprache am Sonntagmorgen vor dem Parlament in Ankara. Er bekräftigte zugleich seine Bereitschaft zur Wiedereinführung der Todesstrafe.

"Hans und George"

Bei einer Gedenkfeier in Istanbul hatte Erdogan kurz zuvor gesagt, er wisse, wer hinter Terrororganisationen wie der Gülen-Bewegung, der kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stehe. "Diesen Verrätern werden wir zuerst die Köpfe abreißen." Es werde "kein Verräter ungestraft" bleiben. Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich.

Erdogan betonte in Ankara, einem Gesetz zur Wiedereinführung der Todesstrafe würde er sofort zustimmen. "Wenn es ins Parlament kommt - und ich glaube daran, dass es vom Parlament verabschiedet wird, werde ich das ohne Zögern bewilligen", sagte er. "Und ich achte nicht darauf, was Hans und George dazu sagen. Ich achte darauf, was Ahmet, Mehmet, Hasan, Hüseyin, Ayse, Fatma und Hatice sagen." Mit "Hans und George" spielte er auf EU-Staaten wie Deutschland und Großbritannien an. Im Zusammenhang mit dem Putschversuch sitzen derzeit mehr als 50 000 Verdächtige in Untersuchungshaft. Rund 150 000 Staatsbedienstete wurden seit dem Putschversuch entlassen oder suspendiert.

Zwangsnachricht am Handy

Wer in der Nacht zum Sonntag ein beliebiges Handy in der Türkei angerufen hat, bekam vor dem Aufbau der Verbindung eine automatische Grußbotschaft von Erdogan zum Jahrestag des Putschversuchs zu hören. Laut CNN Turk begann die Aktion kurz nach Mitternacht. Der Chef der türkischen Telekommunikationsbehörde BTK, Omer Fatih Sayan, bestätigte die Echtheit der Regierungskampagne am späten Samstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter. (Kommentar)

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