15.02.2018 - 22:20 Uhr
Deutschland & Welt

Gericht: Entschädigungsanspruch nicht vererbar Witwe von Altkanzler Kohl bekommt wohl keine Million

Köln. Die Witwe von Altkanzler Helmut Kohl hat wohl nur geringe Chancen auf die Millionen-Entschädigung, die ihrem Mann zwei Monate vor dessen Tod zugesprochen worden war. Das Oberlandesgericht Köln hat die Frage zwar noch nicht endgültig entschieden. Man neige jedoch zur Meinung, dass der Entschädigungsanspruch nicht vererbbar sei, sagte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske am Donnerstag in einer Verhandlung in Anwesenheit der Witwe Maike Kohl-Richter.

von Agentur DPAProfil

In dem Fall geht es um das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" von Heribert Schwan. Das Landgericht Köln hatte dazu im vergangenen Jahr entschieden, dass das Buch Kohls Persönlichkeitsrecht schwer verletzt habe. Es sprach ihm deshalb die höchste Entschädigungssumme der deutschen Rechtsgeschichte in Höhe von einer Million Euro zu.

Richterin Reske schlug einen Vergleich vor: Dass Kohl-Richter auf alle weiteren Klagen verzichten solle, wenn sich Verlag und Autoren dazu bereiterklären, das Buch nicht noch einmal zu veröffentlichen. Außerdem solle eine Kopie der Tonbandaufnahmen, die Schwan als Ghostwriter angefertigt habe, dem Bundesarchiv in Koblenz oder der Konrad-Adenauer-Stiftung zugänglich gemacht werden. Kohl-Richters Anwalt Thomas Hermes sagte, seine Mandantin solle die Tonband-Kopien erhalten. Dann könne sie es an eine "Helmut-Kohl-Stiftung" übergeben.

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