04.01.2018 - 22:08 Uhr
Deutschland & Welt

Gewerkschaften fordern Offensive für digitale Verwaltung Näher am Bürger

Berlin. Die Gewerkschaften haben die Politik zu einer zielgerichteten Strategie für die zunehmende Digitalisierung in Rathäusern und Verwaltung aufgerufen. "Die Kommunikation der Bürger mit der Verwaltung wird erleichtert", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir dürfen aber nicht zulassen, dass die Computer die Menschen steuern." Der Beamtenbund dbb erwartet eine massive Änderung der Berufsbilder des öffentlichen Dienstes. "Das wird Geld kosten", sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach. "Die Mitarbeiter müssen in viel größerem Ausmaß regelmäßig weiterqualifiziert werden." Auf seiner Jahrestagung in Köln macht der dbb Digitalisierung Anfang kommender Woche zum zentralen Thema. Bei der Anfang des Jahres in Potsdam startenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen werde der dbb bei den Arbeitgebern auf erste Schritte dringen, kündigte Silberbach an.

von Agentur DPAProfil

"Monotonie, doppelte Dokumentationen analog und digital, Schwierigkeiten mit passenden Softwarelösungen - das alles macht Digitalisierung belastend", mahnte Bsirske. "Die Kopfarbeit darf nicht so automatisiert werden, dass alles nur noch standardmäßig wie am Fließband abläuft." Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker forderte mit Blick auf die Sondierungen von Union und SPD: "Deutschland braucht eine digitale Koalition."

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