Gipfel gegen illegale Migration
Merkel nimmt an Vierer-Treffen in Paris teil

Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt am Sonntag beim "Tag der offenen Tür" im Kanzleramt einem Kind ein Autogramm auf den Unterarm. Heute ist die Kanzlerin unterwegs nach Paris zu einem neuen Flüchtlingsgipfel. Bild: Ralf Hirschberger/dpa

Vier EU-Staaten beraten darüber, wie sie illegale Einwanderung schon in Afrika stoppen können. Die Bundeskanzlerin will verhindern, dass sich eine Situation wie auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise vor zwei Jahren wiederholt.

Berlin. (dpa/epd) Das sagte Angela Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft im Internet. Damals waren binnen weniger Wochen Hunderttausende Asylbewerber - größtenteils ohne gültige Papiere - nach Deutschland gekommen. Die Bundeskanzlerin nimmt an diesem Montag in Versailles an einem Vierer-Gipfel mit Frankreich, Italien und Spanien teil, bei dem es erneut um illegale Migration und Flüchtlinge gehen soll.

Pro Asyl warnte die Gipfelteilnehmer davor, in Afrika und vor der nordafrikanischen Mittelmeerküste einen "doppelten militärischen Abschirmring gegen Flüchtlinge" zu installieren. Die Flüchtlingsrechtsorganisation erklärte, wer alle Fluchtwege nach Europa versperre, sei dabei, "sich der Verantwortung für den Flüchtlingsschutz zu entziehen". Vor dem Pariser Spitzentreffen hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz von einer "großen Inszenierung" gesprochen. Merkel müsse in Paris Unterstützung für die Verteilung von Flüchtlingen in Europa auf Grundlage der beschlossenen Kriterien einfordern, sagte der SPD-Vorsitzende der "Passauer Neuen Presse". "Aber ich sage Ihnen voraus: Das wird sie nicht tun. Sie will keinen Streit", erklärte der Kanzlerkandidat.

Die Kanzlerin erklärte weiter, sie wolle die illegale Migration von Afrika nach Europa Schritt für Schritt reduzieren. Dazu sollten alternative Einkommensquellen für Schleuser in der nigrischen Stadt Agadez gesucht werden. Deutschland wolle außerdem dafür sorgen, dass Geflüchtete in Libyen mehr Schutz von UN-Organisationen erhielten, sagte die CDU-Vorsitzende. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen hatten berichtet, Polizei und Militär im Niger hätten im Rahmen der sogenannten Migrationspartnerschaft mit der EU die Jagd auf Menschenschmuggler an den Grenzen zu Libyen und Algerien intensiviert. Die Schlepper hätten aus Angst vor der Entdeckung deshalb schon mehrfach Geflüchtete in der Wüste ausgesetzt, die dann qualvoll verdurstet seien.
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