"Globale Solidarität" sucht nach neuen Wegen
Alternativgipfel kritisiert G20-Gruppe

Mit Lehm beschmierte Darsteller laufen am Mittwoch während einer Kunstaktion durch Hamburg. Die Aktion stand im Zusammenhang mit dem bevorstehenden G20-Gipfel. Bild: Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Der "Gipfel der globalen Solidarität" sucht nach neuen Wegen, um die Probleme der Welt zu lösen. Die Globalisierung habe zu Ausbeutung, Ungleichheit und Umweltzerstörung geführt. Was muss sich ändern?

Hamburg. Zwei Tage vor dem G20-Gipfel haben Kritiker den Staats- und Regierungschefs der Top-Wirtschaftsmächte vorgeworfen, nur "Kofferträger des internationalen Kapitals" zu sein. Auf den Diskussionen zu Beginn des alternativen Gipfels am Mittwoch in Hamburg wurden Ausbeutung, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die Macht multinationaler Konzerne, zunehmende Repression und die Zerstörung natürlicher Ressourcen beklagt. Der zweitägige "Gipfel der globalen Solidarität" sucht nach Alternativen zur Politik der G20, die aus Sicht der Organisatoren die großen Probleme der Welt wie Klimawandel, Kriege und Hunger nicht lösen können. In 11 Podiumsdiskussionen und 75 Arbeitskreisen wird die Kritik gesammelt, sollen Alternativen identifiziert und Strategien zur Umsetzung entwickelt werden. Mehr als 1500 Teilnehmer aus 20 Ländern wurden in Hamburg erwartet.

Zum Auftakt übte die Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva, Kritik an der Globalisierung und der Rolle der G20-Staats- und Regierungschefs: "Ich sehe die G20 selbst als Sherpas." Damit spielte die Inderin auf die "Sherpas" genannten hohen Regierungsbeamten an, die für die Staats- und Regierungschefs den Weg zum Gipfel vorbereiten. "Sie sind die Sherpas der globalen Finanzwirtschaft." Shiva beklagte auch eine "Wirtschaft der Gier". In den Diskussionen griffen auch andere Teilnehmer wiederholt das Bergsteigerbild der "Lastenträger" für das Großkapital auf.

Kritik gab es auf dem Treffen auch an der Klimapolitik der G20-Staaten, die zwar das Pariser Abkommen unterzeichnet hätten, aber bislang keine nationalen Verpflichtungen eingegangen seien, um das Zwei-Grad-Ziel auch wirklich zu erreichen. Der bunte Alternativgipfel ist eine Besonderheit vor dem Hamburger G20-Gipfel. Er unterscheidet sich von dem sogenannten Civil20, an dem auch stärker die großen internationalen Entwicklungsorganisationen wie Oxfam oder ONE beteiligt sind. Der Gipfel der Zivilgesellschaft (C20) ist Teil des jährlichen Konsultationsprozesses der G20 und fand bereits am 18. und 19. Juni in Hamburg statt.
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