02.04.2017 - 18:40 Uhr
Deutschland & Welt

Grenzüberschreitende Projekte gegen Rechtspopulismus: Euregio läuft „auf vollen Touren“

Die Stärkung der Nachbarschaft zwischen Deutschland und Tschechien ist ein Ziel der Euregio Egrensis. In Zeiten zunehmendem Rechtspopulismus gewinne die Arbeit der Organisation an Bedeutung, betonen deren Vertreter beim Treffen im Schloss des westböhmischen Städtchens Bor.

In Bor trafen sich Vertreter der Euregio Egrensis zur Jahreskonferenz: (von links) Bürgermeister Petr Myslivec, Frantisek Curka (Euregio Präsident Böhmen), Pilsens Bezirkspräsident Josef Bernard, Birgit Seelbinder (Euregio Präsidentin Bayern) und Rolf Keil (Gemeinsamer Euregio Präsident). Bild: plue
von Lucia SeebauerProfil

Bor. "Die Europäische Union befindet sich momentan in einem Umbruch - Stichwort Brexit. In solchen Zeiten scheint es wichtiger denn je, dass es eine Arbeitsgemeinschaft wie die Euregio Egrensis gibt", eröffnet Rolf Keil, gemeinsamer Präsident und Landrat des Vogtlandkreises, die Jahrespressekonferenz.

Es sei wichtig, dem Rechtspopulismus in Europa auf der einen und dem Terrorismus auf der anderen Seite weiter transnationalen Austausch und Projekte zur Stärkung der Nachbarschaft zwischen Deutschland und Tschechien entgegenzuhalten. "Wir sollten uns das in vielen großen und kleinen Schritten Erreichte, nicht kaputt machen lassen."

Die europäische territoriale Zusammenarbeit sei "auf vollen Touren" gelaufen, resümierte Frantisek Curka, Präsident der Euregio Egrensis Böhmen, das Jahr 2016. Die diversen Programme liefen so erfolgreich, "dass ein großer Teil der für den aktuellen Förderzeitraum zur Verfügung stehenden Mittel bereits eingeplant werden konnte." 2016 habe man fast 400 Projekte unterstützt. Zur Stärkung des Tourismus habe man das eigene Online-Tourismusportal ausgebaut, um Besuchern mehr beliebte Radwegrouten zu präsentieren. Dabei kooperierten Experten aus Oberfranken, der nördlichen Oberpfalz, Sachsen, Thüringen und Böhmen. "Willkommen in der Mitte Europas" stehe für die Plattform einer vielseitigen Tourismusregion, auf der "mit Hilfe von Karten Ziele gesucht und Strecken geplant werden" könnten. Zudem sollen Radwege in der Region erneuert und die Streckenführung auf tschechischem Gebiet modifiziert werden.

Phase von Jubiläen

Birgit Seelbinder, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bayern, erläuterte die Verteilung der Fördermittel. "Die Euregio durchläuft derzeit eine Phase von Jubiläen", freut sich die frühere Oberbürgermeisterin von Marktredwitz. Vor 25 Jahren sei die Arbeitsgemeinschaft Bayern der Euregio in Marktredwitz eröffnet und 1993 die drei Euregio-Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossen worden. Daran soll eine Festveranstaltung im nächsten Jahr erinnern.

"Wenn Sie jetzt die Grenzregion besuchen, sehen Sie bereits Dörfer, die saniert werden und neue Industrie, die sich ansiedelt", beschrieb Josef Bernard, Pilsens Bezirkpräsident, die Fortschritte. Zusammen mit seinem Amtskollegen Franz Löffler vom Bezirk Oberpfalz will er sich künftig stärker für grenzübergreifende Belange einsetzen. "Wir wollen das weiter fördern und die Nachbarländer weiter vereinigen", meinte Bernard.

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