07.04.2017 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Großer Gewinner der Echo-Verleihung in Berlin: Echo-Triple für Udo

Wieder einmal steht Udo Lindenberg im Rampenlicht der Echo-Gala. Nach seinem Lebenswerk-Preis vor 25 Jahren bekommt er diesmal drei neue Echos. Fürs Lebenswerk wird Marius Müller-Westernhagen geehrt. Auch beim Showkonzept bleibt alles beim Alten.

Abräumer: Udo Lindenberg freut sich bei der 25. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo über gleich drei Auszeichnungen in den Kategorien "Künstler Pop national" und "Album des Jahres" für "Stärker als die Zeit". Bilder (5): dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. Ein großer Gewinner, zwei Überraschungen und ein Lästermaul, das gar nicht dabei war: Bei der runderneuerten Echo-Verleihung in Berlin sind viele Preise, aber auch heftige Kritik verteilt worden. Im Fernsehen war das allerdings - anders als in den Vorjahren - nicht mehr live zu sehen. Der Privatsender Vox hatte die Show erst am Freitagabend im Programm, fast 24 Stunden nach der Gala.

Marius gegen Intoleranz

Udo Lindenberg war der große Gewinner des Abends. Der 70-Jährige bekam gleich drei Preise. Neben dem Produzentenpreis wurde er in den wichtigen Kategorien "Künstler Pop national" und "Album des Jahres" ausgezeichnet. "Jetzt bin ich ehrlich geplättet. Jetzt bin ich wirklich stehend K.o.", sagte er auf der Bühne in den Messehallen. Seinen ersten Echo - fürs Lebenswerk - hatte Lindenberg schon vor 25 Jahren gewonnen. "Andere Leute gehen in Rente und wir pushen immer weiter."

Marius Müller-Westernhagen (68) wurde für sein Lebenswerk geehrt und wandte sich mit politischen Worten ans Publikum - gegen Populismus, Intoleranz und Ausgrenzung: "Widerstand ist wertvoller als Duckmäusertum", sagte er unter anderem - und spielte zum Abschluss der Gala seinen Hit "Freiheit".

Fernsehsatiriker Jan Böhmermann hatte dagegen schon vor der Show für schrille Töne gesorgt. In einem Video lästerte er über den Echo und die Kommerzialisierung der deutschen Popmusik. Tote-Hosen-Sänger Campino schoss auf der Gala heftig zurück: "Lieber uncool sein, als ein cooles Arschloch, das sich nicht konstruktiv einbringen kann", sagte er und sprach von "Böhmermannschem Zeitgeistgeplapper".

Die Live-Auftritte gehörten zu den Höhepunkten der auf Zweieinviertelstunden stark gestrafften Show: Beth Ditto rockte die Bühne ebenso wie Udo Lindenberg, der mit Wolfgang Niedecken, Johannes Oerding, Henning Wehland und Daniel Wirtz den Song "Einer muss den Job ja machen" präsentierte. Das Moderatorenduo Sasha und Xavier Naidoo bemühte sich nach Kräften, bekam aber mäßige Kritiken - irgendwie zündeten die Witze nicht so richtig. Alles in allem eine ordentliche Gala, aber keine Neuerfindung des Genres.

Überraschende Doppelpreisträger waren der englische Bluessänger Rag'n'Bone Man ("Newcomer international", "Künstler international") und die deutschen Studenten-Rocker AnnenMayKantereit ("Newcomer national, Pop national"). Auch die Favoriten des Abends bekamen zwei Preise: Das Hip-Hop-Trio Beginner war in vier Kategorien nominiert, gewann in der Sparte "Hip Hop/Urban national" sowie den Kritikerpreis. "Das ist auf jeden Fall Hammer", sagte Rapper Denyo. Bei all den miesen Rezensionen für ihr Album "Advanced Chemistry" sei der Kritikerpreis "der größte Treppenwitz des Jahres", witzelte Bandkollege Jan Delay.

Viele blieben Gala fern

Etliche Preisträger kamen nicht zu der Preisverleihung: Rapper Drake, der mit "One Dance" den wichtigen Preis für den Hit des Jahres bekam, sowie Andreas Gabalier mit seinem "MTV Unplugged"-Album erfolgreich in der Kategorie Volkstümliche Musik. Warum die US-Rocker Metallica und Sängerin Sia, die Echos gewannen, in der Show nicht mal genannt wurden, blieb ein Rätsel.

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