23.12.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Hamburg erlebt vor Kulturzentrum die schwersten Krawalle seit Jahren Schlacht um "Rote Flora"

Bei den schwersten Krawallen seit Jahren sind am Samstag in Hamburg Dutzende Polizisten und Demonstranten verletzt worden. Während und nach einer Demonstration für den Erhalt des linken Kulturzentrums "Rote Flora" im Schanzenviertel wurden Beamte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen.

Vermummte Demonstranten haben sich vor dem Kulturzentrum "Rote Flora" im Schanzenviertel in Hamburg verschanzt. Bei der Straßenschlacht mit der Polizei gab es Dutzende Verletzte. BiIld: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Einsatzkräfte reagierten mit Schlagstock-Einsätzen, Wasserwerfern und Tränengas. Insgesamt waren nach Polizeiangaben 7300 Demonstranten gekommen, darunter bis zu 4700 aus dem linksextremistischen Spektrum. Randalierer setzten Autos in Brand, beschädigten Supermärkte, Hotels, Behörden- und Bankgebäude. Wie ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen mitteilte, wurden 120 Polizisten verletzt, 19 davon schwer. Die Polizei nahm insgesamt 21 Demonstranten fest. 320 Demonstranten seien vorläufig in Gewahrsam genommen worden.

Über die Zahl der verletzten Demonstranten und unbeteiligten Passanten gab es bis Sonntagmittag keine genauen Informationen. Nach Angaben linker Organisationen wurden rund 500 Demonstranten verletzt. 20 davon seien schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher des sogenannten Ermittlungsausschusses, einer Organisation, die sich bei Demonstrationen im linken Spektrum um Festgenommene kümmert, unter Berufung auf Angaben von Sanitätern.

Die Veranstalter sprachen von mehr als 10 000 Teilnehmern. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 3168 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz.

Der Protest richtete sich gegen eine Räumung des seit mehr als 20 Jahren besetzten Kulturzentrums "Rote Flora", wie sie der Eigentümer Klausmartin Kretschmer angedroht hat. Außerdem ging es um das Bleiberecht für Flüchtlinge und die "Esso-Häuser" an der Reeperbahn. Sie waren vor einer Woche wegen Einsturzgefahr evakuiert worden.

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