12.01.2018 - 22:02 Uhr
Deutschland & Welt

Hintergrund Das bleibt im Geldbeutel übrig

Die Spitzen von Union und SPD verständigten sich in ihren Sondierungsgesprächen auf eine Reihe steuer- und sozialpolitischer Verbesserungen. Wenn sich das in einem Koalitionsvertrag wiederfindet, könnte das erhebliche Entlastungen für den Bürger bringen.

von Agentur DPAProfil

Paritätisch finanzierte Krankenversicherung: Die von der SPD geforderte einheitliche gesetzliche Bürgerversicherung kommt nicht. Dafür sollen die Beiträge wieder zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezahlt werden. Auch der Zusatzbeitrag (1 Prozent), den Kassenmitglieder derzeit allein schultern, soll im paritätisch finanzierten Modell dann aufgeteilt werden. Das wäre eine Entlastung der Arbeitnehmer um 0,5 Prozentpunkte vom Brutto.

Mütterrente: Mütter, die vor 1992 drei oder mehr Kinder geboren haben, sollen auch das dritte Jahr Erziehungszeit in der Rente angerechnet bekommen.

Grundrente: Nach 35 Beitragsjahren sollen Berechtigte eine Grundrente zehn Prozent über der Grundsicherung erhalten. Das heißt, es gibt für diese Grundrente 83,8 Euro mehr, sie liegt damit bei 921,8 Euro.

Arbeitslosenbeitrag: Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung soll um 0,3 Prozentpunkte gesenkt werden. Die Sozialabgaben sollen unter 40 Prozent stabilisiert werden. Bei einem Durchschnittseinkommen von 3200 Euro können also 9,60 Euro gespart werden.

Kindergeld: Das Kindergeld soll in zwei Schritten um 25 Euro pro Kind und Monat erhöht werden. Der Kinderzuschlag für Einkommensschwache soll ebenfalls erhöht werden.

Steuern: Die Union wollte die Steuerzahler um 15 Milliarden Euro im Jahr bei der Einkommensteuer entlasten. Dazu hätte sie aber die Länder gebraucht, die durch die Schuldenbremse stark eingeschränkt werden. Die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen läuft jetzt über den Solidaritätszuschlag, der zu 100 Prozent dem Bund zukommt - bei einer Entlastung von 10 Milliarden Euro für Bruttoeinkommen unter 60 000 Euro. (dpa)

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