20.09.2017 - 20:56 Uhr
Deutschland & Welt

Iraks Ministerpräsident will kein Unabhängigkeitsreferendum der Kurden Erdogan droht dem Nordirak wegen Referendum mit Sanktionen

Istanbul/Bagdad. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat dem Nordirak wenige Tage vor dem Unabhängigkeitsreferendum mit Sanktionen gedroht. Diese Sanktionen würden "keine gewöhnlichen sein", sagte Erdogan in der Nacht zum Mittwoch am Rande des UN-Gipfels in New York zu Journalisten. Die Türkei fühle sich durch die Einstellung der nordirakischen Regierung "regelrecht ignoriert". Die Entscheidung über Sanktionen würden Sicherheits-und Ministerrat treffen. Sie sollen am Freitag in Ankara zusammenkommen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Mitte) wird am Dienstag im UN-Hauptquartier vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres (rechts), begrüßt. Bild: Craig Ruttle/ dpa
von Agentur DPAProfil

Die Regierung der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak will am Montag trotz starker Widerstände in einem Referendum über die Unabhängigkeit abstimmen lassen. Die türkische Regierung hatte sich wiederholt dagegen ausgesprochen.

Der türkische Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag sagte laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch, der nordirakische Präsident Massud Barsani spiele "mit dem Feuer". "Ich sage das ganz deutlich. Das ist ein gefährlicher Weg, das ist nicht die richtige Entwicklung", sagte Bozdag. "Das Richtige ist, dieses Spiel mit Feuer zu beenden, vernünftig zu sein und das Referendum abzusagen." Die Türkei unterhält zwar enge Beziehungen zur kurdischen Autonomieregierung im Nordirak, ist aber gegen einen unabhängigen Kurdenstaat. Ankara befürchtet, ein solcher könnte separatistische Tendenzen in der Türkei verstärken.

Auch Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat die Regierung der kurdischen Autonomieregion im Norden des Landes erneut aufgefordert, das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum abzusagen. "Kurdistans Referendum wird abgelehnt, egal, ob es jetzt oder in der Zukunft stattfindet", sagte Al-Abadi am späten Dienstagabend in Bagdad.

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