03.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

IS-Kämpfer präsentieren sich in Video mit jahrzehntealten deutschen Waffen Terror mit Hot-Raketen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in einem im Internet veröffentlichten Video nach eigenen Angaben in Syrien eroberte deutsche und russische Waffen präsentiert. Es ist das erste bekanntgewordene Video aus dem vergangene Woche von der Terrormiliz eroberten Militärflughafen Al-Tabka.

von Agentur DPAProfil

In dem im Internet veröffentlichten Video zeigen IS-Extremisten unter anderem alte russische Kampfjets, Artillerie und mehrere Raketen, von denen einige auf Deutsch mit "Lenkflugkörper DM 72 - 136 mm Panzerabwehr" beschriftet sind.

Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" handelt es sich bei den deutschen Raketen um den Typ Hot des ehemaligen deutsch-französischen Herstellers Euromissile. Die Hot-Raketen seien 1981 an die Regierung Syriens geliefert worden, die damit ihre Kampfhubschrauber vom Typ Gazelle ausgestattet habe. In dem Video drohen Dschihadisten dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. "An Wladimir Putin", sagt ein IS-Kämpfer, "das sind russische Flugzeuge, die du an Baschar verkauft hast." Nun würden die Flugzeuge zurückfliegen und "Tschetschenien und den Kaukasus befreien". Moskau hatte zuletzt im Juni Kampfjets an das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad geliefert.

Parlament gestürmt

Im Irak drangen unterdessen Angehörige von Soldaten, die durch IS-Kämpfer getötet worden sein sollen, am Dienstag in das Parlament in Bagdad ein. Bei den Demonstranten soll es sich um Familienmitglieder der rund 1700 im Juni nahe Tikrit durch IS-Extremisten getöteten Soldaten handeln. Die Angehörigen forderten, Sicherheitskräfte zur Verantwortung zu ziehen, die das Massaker nicht verhindert hätten.

Auf den Golanhöhen in Syrien verlangten islamistische Rebellen der Al-Nusra-Front von den Vereinten Nationen (UN), von der Terrorliste gestrichen zu werden. Diese und weitere Forderungen hätten die Islamisten im Austausch für 44 gefangene fidschianische Blauhelmsoldaten der UN gestellt, sagte Armeesprecher Mosese Tikoitoga in der fidschianischen Hauptstadt Suva. Die 44 UN-Soldaten waren am vergangenen Donnerstag gemeinsam mit weiteren 72 philippinischen Blauhelmsoldaten auf den Golanhöhen von den Extremisten eingekesselt worden. Während die philippinischen Blauhelme am Samstag befreit werden konnten, gab die Al-Nusra-Front bekannt, die Soldaten aus Fidschi gefangen genommen zu haben.

Scharfe Worte aus Genf

Der UN-Menschenrechtsrat hat in Genf die Verbrechen des Islamischen Staats scharf verurteilt. Bei einer Sondersitzung nahmen die 47 Mitgliedsstaaten eine Resolution im Konsens an, mit der die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen für Gräueltaten gefordert wird.

Die gezielte Verfolgung religiöser und ethnischer Minderheiten durch IS-Milizen stellt nach Einschätzung der UN ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von "ethnischen Säuberungen".

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