Kämpfe in den letzten Rebellen-Gebieten
17 Tote bei Angriff auf Schule in Ost-Ghuta

Türkische Soldaten verteilen in Afrin Hilfsgüter. Die türkische Armee und mit ihr verbündete Milizen haben nach Angaben von Staatspräsident Erdogan das Zentrum der nordwestsyrischen Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Bild: XinHua/dpa

Ost-Ghuta gehört zu den letzten Gebieten Syriens, die von Rebellen kontrolliert werden. Doch die Angriffe von Armee und Verbündeten gehen immer weiter. Wieder werden Zivilisten getroffen. Verheerend ist auch die Lage in Afrin.

Damaskus. Bei einem Luftangriff auf eine Schule in Ost-Ghuta sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 15 Kinder und zwei Frauen getötet worden. In der Stadt Irbin seien zudem mehr als 50 Menschen verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montagabend. Für den Angriff seien wahrscheinlich russische Flugzeuge verantwortlich. Die Opfer hätten im Keller einer Schule Zuflucht gesucht. Russland ist im Bürgerkrieg neben dem Iran der wichtigste Verbündete der Regierung.

Ost-Ghuta am Rand der Hauptstadt Damaskus gehört zu den letzten Gebieten in Syrien, die von Rebellen kontrolliert werden. Die Region erlebt seit Februar die schwerste Angriffswelle der Regierung seit Beginn des Bürgerkriegs vor sieben Jahren. Aktivisten zufolge konnten Armee und Verbündete den größten Teil des bisherigen Rebellengebietes einnehmen. Irbin wird noch von Gegnern der Regierung kontrolliert. In Ost-Ghuta fehlt es an Nahrung, Trinkwasser, medizinischen Gütern und Strom. Seit Mitte Februar sind Menschenrechtlern zufolge mehr als 1450 Zivilisten getötet worden. Aus Angst vor Bombardierungen leben viele Menschen in Kellern.

In den vergangenen Tagen waren Zehntausende Menschen in Richtung von Gebieten geflohen, die von der syrischen Armee kontrolliert werden. Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte am Sonntag die Regierungstruppen in Ost-Ghuta besucht. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Fotos zeigten den Machthaber, wie er vor einem Panzer stehend mit Soldaten spricht. Darunter hieß es: "An der Front in Ost-Ghuta ... Präsident al-Assad mit den Helden der Arabischen Syrischen Armee." Auch in Afrin im Nordwesten Syriens ist die Lage für die Menschen katastrophal. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Montag, die Kämpfer hätten Geschäfte, Häuser und Regierungsgebäude ausgeraubt. Der Sprecher der Kurdenmiliz YPG, Brossik al-Hassaka, sagte, die Eroberer hätten wie früher die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch Gebäude angezündet und religiöse Statuen zerstört. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan drohte mit einer Ausweitung der Offensive nach Ostsyrien und einem Einmarsch in den benachbarten Irak.

Nach Angaben der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International sind im Norden Syriens Hunderttausende Menschen auf der Flucht, seit türkische Truppen und Dschihadisten das Gebiet Afrin eingenommen haben.
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