14.07.2017 - 20:02 Uhr
Deutschland & Welt

Kardinal wünscht sich Verfassungsklage gegen Ehe für alle Marx hofft auf Urteil

Augsburg. (KNA) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wünscht sich von Bayern eine Verfassungsklage gegen die "Ehe für alle". Er würde einen solchen Schritt, den Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) derzeit prüfen lässt, "sehr begrüßen", sagte der Erzbischof von München und Freising der "Augsburger Allgemeinen". Er wolle "schon wissen, was das Bundesverfassungsgericht über die 'Ehe für alle' denkt". Für den Rechtsfrieden in Deutschland wäre solch ein Urteil gut, so Marx. Die jetzt gefundene Regelung definiere Ehe jedenfalls anders, als es bislang im Grundgesetz angelegt sei.

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, hofft auf ein Verfassungsklage gegen die "Ehe für alle" durch den Freistaat Bayern. Bild: Matthias Balk/dpa
von Agentur KNAProfil

Marx sieht in der "Ehe für alle" indes keinen "Dammbruch". Diesen Begriff hatten Kritiker benutzt, um ihre Befürchtung auszudrücken, dass es künftig etwa auch Ehen zu dritt oder unter Geschwistern geben könne. "Bei dem jetzigen Gesetz geht es um die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und nicht für Verwandte oder drei, vier Personen", sagte Marx.

Darüber hinaus erinnert der Kardinal daran, dass die Kirche keine Vorreiterrolle übernommen habe. Sie habe sich mit der früheren Verfolgung Homosexueller in Deutschland eigentlich nicht befasst.

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