Katalonien
Carlos Puigdemont verzichtet auf Präsidentenamt

Der frühere Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont. Bild: Uncredited/AP/dpa

Madrid. Zehn Wochen nach der Neuwahl in Katalonien kann die spanische Konfliktregion auf eine Wiederbelebung der Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung hoffen. Der umstrittene Separatisten-Chef Carles Puigdemont erklärte am Donnerstagabend seinen Verzicht auf die Regionalpräsidentschaft und machte so den Weg für einen Alternativ-Kandidaten frei. Der 54-jährige hält sich in Belgien auf, um den Ermittlungen der spanischen Justiz unter anderem wegen Rebellion zu entkommen. Deshalb waren sowohl die Zentralregierung in Madrid als auch die Justiz gegen seine Kandidatur. In einem auf Twitter geposteten Video nannte Puigdemont seinen Verzicht allerdings "vorläufig".

Nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum und einem Beschluss zur Abspaltung von Spanien war Puigdemont Ende Oktober 2017 von der Zentralregierung als Regionalpräsident abgesetzt worden. Bei der Neuwahl errangen die von ihm angeführten Unabhängigkeitsbefürworter wieder die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament von Barcelona. Nach Medienberichten haben sich die drei für die Unabhängigkeit Kataloniens eintretenden Parteien auf Jordi Sánchez als neuen Kandidaten für die Regionalpräsidentschaft geeinigt. Das Problem: Der 53-Jährige sitzt wegen "aufrührerischen Verhaltens" in Untersuchungshaft.
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