01.03.2018 - 20:50 Uhr
Deutschland & Welt

Kein breiter Datenstrom abgeflossen Hackerangriff unter Beobachtung

Zum Angriff der Cyber-Spione auf das Datennetzwerk des Bundes werden immer mehr Details bekannt. Nach Angaben von Geheimdienstkontrolleure des Bundestages lief der Angriff auch am Donnerstag noch.

von Agentur DPAProfil

Berlin. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hält den Hackerangriff auf die Kommunikationsnetze des Bundes für einen "ernstzunehmenden Vorgang". Den Cyber-Spionen werden von Computerexperten auch Verbindungen zu russischen Geheimdiensten nachgesagt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll eine unter dem Namen "Snake" (deutsch: Schlange) bekannte russische Hackergruppe hinter dem Angriff stecken. Die "Snake"-Cyber-Spione sind auch unter dem Namen "Turla" oder "Uruburos" bekannt. Im Verfassungsschutzbericht für 2016 heißt es, dass die Kampagne seit dem Jahr 2005 mit einer "sehr komplexen und qualitativ hochwertigen Schadsoftware" aktiv sei. Die Software sei "darauf ausgelegt, in großen Netzwerken von Behörden, Firmen und Forschungseinrichtungen zu agieren".

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur drang die "Snake"-Gruppe nach den Erkenntnissen der Ermittler zunächst über Computer einer Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in das Netzwerk des Bundes ein. Von dort hätten sich die Hacker in andere Bereiche des Netzes vorgearbeitet. Demnach wurden im Netz Spuren der Hacker entdeckt, die darauf hindeuten, dass die Spione bereits seit Ende 2016 in dem Netz aktiv waren.

De Maizière sagte, der Vorgang zeige auch, "dass unsere Sicherheitsbehörden erfolgreich gearbeitet haben". Die Attacke sei isoliert und unter Kontrolle gebracht worden. Der hoch professionelle Angreifer sei dabei - kontrolliert von den Sicherheitsbehörden - beobachtet worden, um weitere Erkenntnisse über Angriffsmodus und Zielsetzung zu erhalten und Sicherheitsvorkehrungen im Regierungsnetz und bei den betroffenen Behörden einzuleiten.

Nach Angaben des Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestags läuft der Hackerangriff noch. "Deswegen wären öffentliche Diskussionen über Details schlicht eine Warnung an die Angreifer, die wir nicht geben wollen", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Armin Schuster (CDU), nach einer Sondersitzung. Für eine Bewertung des Schadens sei es noch zu früh. Die Bundesregierung versuche, den Vorgang unter Kontrolle zu halten.

In den Sicherheitskreisen hieß es nach dpa-Informationen weiter, bei der Attacke sei kein breiter Datenstrom abgeflossen. Die Ermittler gehen von einem klassischen Spionageangriff aus, bei dem die Cyberspione recht gezielt versuchten, an Daten zu kommen. Nach Angaben von Ole Schröder (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, lief der Hacker-Angriff unter voller Kontrolle der deutschen Behörden. Es ist in exzellenter Zusammenarbeit gelungen, einen Hackerangriff auf das Netz des Bundes zu isolieren und unter Kontrolle zu bringen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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