27.03.2018 - 22:50 Uhr
Deutschland & Welt

"Klare Botschaft" an Moskau Fall Skripal: Auch Nato will russische Diplomaten aussperren

Brüssel. Wegen des Nervengiftanschlags im englischen Salisbury lässt nun auch die Nato russische Diplomaten ausweisen. Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte am Dienstag an, dass er sieben Mitarbeitern der russischen Delegation beim Militärbündnis die Akkreditierung entzogen habe.

von Agentur DPAProfil

Die Bündnisstaaten hätten zudem beschlossen, die Maximalgröße der russischen Delegation von 30 auf 20 Personen zu begrenzen. Die Nato sende damit die klare Botschaft an Russland, dass unakzeptables und gefährliches Verhalten Kosten und Konsequenzen habe, kommentierte Stoltenberg.

Bei dem Anschlag in Salisbury waren Anfang März der frühere Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Yulia vergiftet worden. Die Täter nutzten dabei nach derzeitigem Ermittlungsstand den in der Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok. Russland streitet jegliche Verantwortung für den Anschlag allerdings ab. Zuletzt wiesen rund zwei Dutzend Nato-Partner und Verbündete mehr als 140 russische Diplomaten aus. Stoltenberg deutete an, dass zumindest ein Teil dieser Diplomaten verdächtigt wird, für russische Geheimdienste zu arbeiten. "Russland wird reduzierte Möglichkeiten für Geheimdienstarbeit in diesen Ländern haben", sagte er.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat unterdessen die Ausweisung der Diplomaten auf Erpressung durch die USA zurückgeführt. "Das alles ist ein Ergebnis des kolossalen Drucks, den Washington leider als Werkzeug auf internationaler Ebene nutzt", sagte er bei einer Konferenz in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. "Wir werden antworten. So eine Gemeinheit will niemand einfach hinnehmen, auch wir werden das nicht tun", sagte Lawrow.

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