08.03.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Koalition und Grüne legen Gesetzentwurf vor Suche nach Endlager

Berlin. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat das geplante Gesetz für die Suche nach einem Ort für das deutsche Atommüll-Endlager als "Startschuss für eine neue, offene und transparente Suche" gelobt. Der Entwurf, den Union, SPD und Grüne am Mittwoch gemeinsam vorstellten, stelle den Prozess "vom Kopf auf die Füße", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Berlin. Sie betonte: "Wir beenden heute die politische Vorfestlegung auf Gorleben."

Behälter mit radioaktiven Abfällen und Transporthauben stehen im Zwischenlager Gorleben. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Öffentlichkeit werde in jeder Stufe des Auswahlverfahrens mit einbezogen, es gelte das Prinzip der "weißen Landkarte", so Hendricks weiter. Das bedeutet, dass kein Ort von vornherein ausgeschlossen wird.

Auf Grundlage des Gesetzes soll bis 2031 ein Ort bestimmt werden, an dem hoch radioaktiver Atommüll eine Million Jahre lang lagern kann. Politik, Experten und interessierte Bürger haben jahrelang über Auswahlkriterien und Verfahren debattiert. Der Bund hatte einen Neustart für die Endlagersuche beschlossen, weil es um den ursprünglich als Endlager vorgesehenen Salzstock Gorleben in Niedersachsen jahrzehntelang heftigen Streit gegeben hatte. Nun sollen Fachleute nach wissenschaftlichen Kriterien den besten Standort auswählen.

Die Umweltministerin betonte, sie halte an dem nun vorgesehenen Zeitplan fest, auch wenn dieser durchaus "ehrgeizig" sei. Den Planungen zufolge, soll der Bau des Endlagers 2050 abgeschlossen sein. "Dann bin ich vielleicht 98, dann komm ich mal gucken", sagte die Ministerin.

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